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Asfa-Wossen Asserate - Draußen nur KännchenIn den aktuellen Zeiten ist es in gewisser Weise tröstlich den Blick auf ein paar positive Seiten in Deutschland gelenkt zu bekommen. In ganz und gar herrlicher Weise beschreibt Asfa-Wossen mit dem Witz eines Gebildeten die vielen netten und manchmal absurden Alltagsseiten Deutschlands.

All die samtenen, deutlich geschichtsbewussten Anekdoten zu den Gepflogenheiten dieses Landes können mich aber nicht über die weit auseinander klaffende Schere der Oberen und Unteren hinweg sehen lassen. Seine Sicht ist die Sicht eines sehr privilegierten und auch schon etwas älteren Mannes auf das Land, in dem er seine neue Heimat fand. Es ist allzu leicht sich der Errungenschaften zu erfreuen, wenn man der Ungleichheit der Unterprivilegierten nicht ausgesetzt ist. Obgleich Asfa-Wossen in die Abgründe der deutschen “Integrations”politik geschaut hat, und ihm nur allzu gewahr ist, dass hier mehr Toleranz denn Akzeptanz gelebt wird, erhält er sich seinen Exotenstatus. Vielleicht auch gerade deswegen. Es bleibt mein größter Vorwurf, der nicht sein Fehler ist.

Mir war sehr schön heimelig warm beim Lesen. Es ist schön Sie hier zu haben. Danke.

Draußen nur Kännchen von Asfa-Wossen Asserate
Verlag: S. Fischer Verlag GmbH, 4. August 2012, Taschenbuch
188 Seiten
ISBN 10: 3502151571
ISBN 13: 978-3-596-18157-5
Preis: 9,99 €

(swg)

Mistwetter. Alina braucht ein kleines Geburtstagsgeschenk für die Geburtstagsfeier ihrer Freundin. Paw Patrol (hat jemand was anderes erwartet?). Wir tingeln durch die Läden. Das, was da in Lizenz gefertigt wird, ist schweineteuer und größtenteils wahnsinnig hässlich. Insbesondere betrifft das die Plüschviecher. Und was sollen denn bitte die Autos mit den fest drin sitzenden Hunden?! Die kann man nicht rausnehmen! Naja.

Irgendwann brauchen wir Mittagessen und haben uns fürs Burgerlich auf der Prager Straße entschieden.Hier gibt’s Burger und alles Zubehör. Organisiert ist das wie im Vapiano: Am Eingang gibt’s ‘ne Karte, am Ausgang gibt’s die Rechnung.

Die Bestellungen laufen über im Tisch versenkte Touch-Displays. Ein erstes Getränk ist schnell geklickt und dann auch da.Die Auswahl geht schon mal über die üblichen Softdrinks hinaus: handgemischte Limos zum Beispiel mit Basilikum. Wer mal blättern will: die Karte ist auch online.

Bei den Burgern haben wir die vegetarischen Varianten mit Quinoa bzw. Portobello (Zucht-Champignon) probiert. Der Quinoa-Burger war einfach lecker, beim Pilz mit dem Frischkäse musste ich mich erst an die Konsistenz gewöhnen – geschmeckt hat der aber auch. Die Kinder haben “Pommes!” gerufen und sind nach kurzem Intermezzo in die Spielecke abgedampft.

Alles in allem die deutlich angenehmere Alternative zu den bekannten Burgerbratern. Grüße nach Hamburg!

(swg)

Was kann man mit einem verregneten Sonntag anfangen? Richtig! Man geht ins Museum. Gestern erst hat die Kinderbiennale im Japanischen Palais aufgemacht: Jede Menge Mitmach- und Selbermach-Kunst für Kinder.

Absolutes Highlight ist das Sketch Aquarium vom japanischen teamLab. Das Aquarium wird von der Kinder Zeichnungen bevölkert – das geht ganz leicht: Fisch ausmalenauf dem Scanner plazierenKazoom!Und dann schwimmt er da
Wie immer, wenn sie malen kann, ist Alina in ihrer eigenen Welt, bar jeden Zeitgefühls. Aber irgendwann lässt sie sich dann doch loseisen.

Oh, ein glitzernder Teppich breitet sich aus.Und man darf ihn essen. 544 kg Bonbons in goldener Folie.Das will Alina mit Jannika drauf festhalten.

“Well”, also der “Brunnen”, lädt zu Staunen ein. Es kribbelt beim Drüberlaufen, obschon man weiß, dass es eine optische Täuschung ist.Nachdem Alina einen Blick unter den Brunnen geworfen hat, hab ich plötzlich ein mutiges großes kleines Mädchen.Jannika und Alina bestempeln sich jede noch einen Beutel, dann will Alina unbedingt noch einen Fisch schwimmen lassen. Jannika füttert lieber die Fische.Aber eigentlich ist sie ziemlich fertig.Seit halb zwölf sind wir hier. Gegessen haben wir nur Frühstück. Auf zum Kaffeetrinken: Dreißig auf der Hauptstraße – was warmes gibt es heute Abend.

Auf dem Rückweg durch die Stadt nach Hause schläft Jannika planmäßig im Chariot ein.

Alina: “Ich will auf Deine Schultern”

swg: “Alina, deine Schuhe sind ganz schmutzig. Und dann bist du auch schon ziemlich schwer. Ich kann dich nicht dauernd schleppen, ich armer alter Mann.”

Alina: “Och Papa hör auf, du bist nicht arm.”

Wo sie recht hat…

Wir beschließen noch über den Herbstmarkt bis zum Dr.-Külz-Ring zu laufen. Da können wir dann die Bahn nehmen. Um eine Runde Riesenrad komme ich aber nicht rum.Herbstwetter. Es fühlt sich aber gar nicht so kalt an, wie es aussieht. Nach Hause gehen wir jetzt trotzdem.

(swg)

Zutaten
1,5 kg Gulasch halb und halb
100 g Bauernspeck
1 Schwarzbier
Suppengrün
1 Gemüsezwiebel, 2 Schalotten
1-3 EL Mehl
Estragon, Oregano, Kurkuma,
Koreander, Kümmel,
Kreuzkümmel, Kerbel,
Muskat, Chilli
Schwarzer Pfeffer, Salz
Im Blog habe ich zwar schon ein Gulasch-Rezept, nichtsdestotrotz soll hier meine andere Variante folgen – die ist gerade auch meine liebste.

Erst das gewürfelte Schwein und anschließend das gewürfelte Rind portionsweise mit ein paar Würfelchen Bauernspeck scharf anbraten.In Portionen damit, sollte das Fleisch überdurchschnittlich Wasser lassen, es nicht im eigenen Sud kocht. Ich benutze einen normalen Edelstahltopf ohne Beschichtung: unten drin wird es ordentlich dunkelbraun. Das stört nicht, im Gegenteil: das soll so!

Während das Fleisch im Topf zischt hat man genug Zeit, das Suppengrün, die Gemüsezwiebel und die zwei Schalotten zu würfeln.Wenn das Fleisch angebraten und beiseite gestellt ist, schmort man anschließend gleich das Gemüse in dem Topf. Aber nur ganz kurz, dann kommt schon das Schwarzbier und ca. 1 L Wasser dazu. Jetzt kann man schon ins Gewürzregal greifen.Bei mir findet Estragon, Oregano, Kurkuma, Koreander, Kümmel, Kreuzkümmel, Kerbel, ein Hauch Muskat und Salz den Weg in den Topf.

Wenn die Schwarzbier-Gemüsebrühe eine halbe bis dreiviertel Stunde vor sich hin gekocht hat, kann sie vom Herd. Ich presse das Gemüse noch mit meinem kleinen Eiertopf durch den Durchschlag – soll ja nichts verschwendet werden.

Jetzt kommt der Schritt den man tun oder lassen kann: In meinen Topf kommt etwas vom angebratenen Fleisch und ein bis drei Esslöffel Weizenmehl. Ganz so, wie sähmig man seinen Gulasch mag. Das Mehl ist nicht von Nöten, es geht auch ohne. Das Mehl bräunt leicht mit an (nicht verbrennen lassen!), dann kommt das restliche Fleisch und die Schwarzbier-Gemüsebrühe dazu.

Da der Gulasch locker schwimmen soll, muss wieder etwas Wasser dazu.Jetzt darf man nochmal nachwürzen, vor allem Schwarzer Pfeffer und Salz müssen in den Topf – nicht zu vergessen die klein gehackte Petersilie. Und vielleicht etwas Chilli – aber man sollte es nicht übertreiben. Abschmecken hat eh noch keinen Sinn: Die angebrannten Reste im Topf haben sich mit der Gemüsebrühe zwar gelöst, man schmeckt sie aber sehr deutlich. Während der nächsten Stunde, in der der Gulasch vor sich hin köchelt, verfliegt das. So, wie ich immer mal wieder neugierig meinen Probierlöffel in den Topf halte, würze ich ganz nach Gusto nach.

Nach einer Stunde könnte das Rind schon weich sein, es kann aber auch knapp 2 Stunden dauern. Da hilft nur immer mal nachgucken zu gehen. Meist koche ich abends für den nächsten Tag, sodass der Gulasch schön auf dem Balkon ziehen kann. Bisher ist er immer schnell alle gewesen – egal ob zu Hause oder bei Feiern. Zum Einfrieren komme ich fast nie. :)

(swg)