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Sorry, zu privat für die Öffentlichkeit. Vielleicht klappt’s nach dem Login?

Gestern hab ich extra von Henning Mareks Anfänger-Fahrrad abgeholt. Es gab hier eine riesige Auswahl von Kinderrädern: Von Nachbarn; ein gefundenes, von dem niemand mehr weiß, wie das in unseren Fahrradkeller kam; und ich war mit Alina mehrmals im Fahrrad-XXL. Gemeinsam hatten alle eines: Keines war fahrbar für ein kleines Kind, das erst Fahrrad fahren lernen soll. Entweder sind die Dinger unglaublich schwer oder haben eine Geometrie, die einen Affen auf’m Schleifstein bequem aussehen lässt… Mareks erstes Fahrrad lässt Kinder aufrecht und mit genügend Abstand zu den Pedalen sitzen, mit den Füßen kommt Alina trotzdem knapp bis zum Boden.

Alinas Tag war heute etwas anstrengend, sie war mit Maria unterwegs: Delfi, Mittag in der Mensa und Stadtbibliothek. Zu Hause angekommen, probieren wir es trotzdem noch und holen Mareks erstes Fahrrad raus. Allein das es Mareks Fahrrad ist, trägt sicher etwas zur Motivation bei: Alina setzt sich drauf, fürs Losfahren halte ich sie am Sattel fest und dann … naja seht’s Euch an.Drei Schritte, dann lass ich los. Alina fährt alleine. Und auch als ich demonstrativ nebenher laufe grinst sie nur und tritt kräftig weiter.Selbst am Berg braucht Alina kaum Hilfe – mit etwas Motivation fährt sie den sogar alleine hoch.Die Runde ums Haus fahren wir dann doch nicht. Alina hat mit schmalen Wegen Schwierigkeiten. Aber bis zum Hauseingang strampelt sie zurück. Bremsen muss sie noch lernen – bis jetzt macht sie das mit den Hacken, wie beim Laufrad – dann kann sie auch in die Kita fahren.

(swg)

Irgendwie hatte es mich gereizt, mit dem Bus auf Arbeit zu fahren. Ich muss täglich zwischen Dresden und Nossen pendeln. Mit dem Auto brauche ich 35 bis 40 Minuten, inklusive des Ganges in die Tiefgarage. Inzwischen bin ich Sehr-Früh-Aufsteher, kurz nach 5 rasselt der Wecker. Je nach dem, wie schnell mein Hirn bootet, bin ich gegen viertel sieben auf Arbeit. Das geht so schnell, weil um die Zeit kaum Autos unterwegs und so ziemlich alle Ampeln noch aus sind. Aber statt eines Lenkrades hätte ich doch lieber ein erbauliches Buch in der Hand. Oder ich könnte meine c’t zwischen Briefkasten und Papiercontainer auch mal wieder lesen… Außerdem hat mich mein Hobel ja letzte Woche nachdrücklich darauf hingewiesen, das er Busfahren auch gut findet.

Der Bus brauch 38 Minuten vom Fritz-Förster-Platz bis Nossen Markt. Stündlich ab 6:07 Uhr fährt er. Zur Haltestelle am FF-Platz muss ich irgendwie und vom Markt in Nossen auch nochmal ca. 1½ km den Berg rauf in den Gewerbepark. Da geht zu Fuß fast eine halbe Stunde flöten. Mit meinem Kickboard hab ich versucht, das zu beschleunigen. Berg rauf macht das aber gar keinen Spaß, der Zeitgewinn hält sich auch eher in Grenzen.

Nach Falträdern hab ich schon mal gesucht gehabt, fand aber die ganze Schraub- und Klapperei sehr umständlich. Ein Gerät stach jedoch raus: Strida. Ein Nachteil ist offensichtlich: So klein wir Birdy oder Brompton wird das dreieckige Kuriosum nicht. Aber das ist keine Zielgröße für mich, es muss nur als Handgepäck im Bus durchgehen. Dafür klappt das Teil mit drei Hangriffen in 15 Sekunden zusammen.

Das begeistert mich schon sehr – vor allem muss ich hier wirklich an nichts herumschrauben! Was fetzt noch? Es hat einen Zahnriemen statt einer Kette: Man macht sich also nicht schmutzig und muss diese Stelle auch keiner weiteren Pflege unterziehen. Als Strida Evo kommt es außerdem noch mit eine Dreigangschaltung im Tretlager daher. Mit 18″-Rädern dürfte man hinreichend flink und gleichzeitig bergtauglich sein. Die Scheibenbremsen halten die Fuhre auch im Zaum.

Bei Velo-Radsport kann man sich einen gut geschriebenen Vergleich zu Gemüte führen: “Mobilitäts-Plus zum Falten”.

Das Fahrgefühl hatte ich einem kurzen Test unterzogen – auf der Caravan in Leipzig. Nüchtern betrachtet: gewöhnungsbedürftig, aber nicht unangenehm. Das Lenkgefühl ist sehr direkt. Die Gabel bietet konstruktionsbedingt quasi keinen Nachlauf und es gibt statt einer Rückstellkraft eher ein selbsttätige Einlenken – freihändig fahren ist ausgeschlossen. Mit dem kurzen Radstand fühlt sich das langsame Anfahren wackelig an und bedarf etwas Übung. Wenn’s einmal rollt, ist aber alles gut – mir hat’s sogar großen Spaß gemacht. Der zweite Punkt, der auffällt ist, aufstehen und gar Wiegetritt fahren ist nicht drin bzw. bringt keinen Gewinn sondern strengt eher mehr an. Mit der richtigen Sattelhöhe und der Untersetzung im 1. Gang ist das wohl aber nicht nötig.

Bleibt ein Gegenargument: Ein Strida Evo 18″ kann man für 1.149,-€ kaufen. Wenn man das aber gelten lässt, sind auch andere Falträder keine Option.

Ganz loslassen wollte ich von der Busgeschichte nicht und ein Faltrad wäre ideal für meinen Zweck. Deswegen habe ich meine Fühler in den Kleinanzeigen ausgestreckt. Letzte Woche hat dann ein Strida Evo 18″ English Green für 800,-€ den Besitzer gewechselt – ein Händler-Vorführ-Modell. Es ist nicht das aktuelle Modelljahr, die Padale sind die aus Plaste. Stört nicht. Heute kams mit dem Paketboten an und ich hatte sehr spät noch Zeit, es im Keller auszupacken und zu begutachten: Ich freu mir gleich ein Loch in den Bauch :)

(swg)

Nebelprickeln im Gesicht(swg)