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Was machen wir am Sonntag? Eine Fahrradtour, was denn sonst?! Die Dresdner Heide ist ein recht dankbares Ziel. Da sich die Kinder immer zum Wasser hingezogen fühlen, folgen wir heute mal der Prießnitz. Wir starten in Bühlau – praktischer Weise fährt die Straßenbahn vor unserer Haustür los und endet genau da.Die gigantischen Fahrradabteile in den dresdner Straßenbahnen sind ein Traum – so klappt der Familienausflug.

Über den Heidestausee solls uns zur Prießnitz führen, ihr folgen wir dann nach Klotzsche. Je nachdem, wie Jannika dort drauf ist, fahren wir mit der Straßenbahn zurück oder halt weiter, der Prießnitz nach, runter in die Neustadt.

Heidestausee

Ein bisschen dauert es, bis alle Fahrräder komplett und mit allen Taschen dran vor der Straßenbahn stehen. Noch ein bisschen Justage an Alinas neuem Gepäckträger (er hat die Bremse blockiert…), dann geht’s aber los, auf kürzestem Weg hinein in die Heide.Alina ist ganz stolz auf ihre Fahrradtaschen, die nun endlich ordentlich am Gepäckträger halten. Natürlich hat sie sie auch gleich mit allerelei Schrums vollgestopft, die wiegen fast so viel wie meine mit Wasserflaschen und Proviant…

Kaum 15 min und einen Cache später stehen wir schon am Heidestausee.Allein sind wir nicht. Corona treibt die Leute nach draußen, was ja auch kaum verwundert. Die ganze Woche mit der Familie eingepfercht… Da hab ich noch Glück, täglich ins Büro radeln zu können. Andere müssen die Decke festhalten, dass sie ihnen nicht auf den Kopf fällt.

Kurz erschreckt uns das Wetter mit einem seichten Regenguss, dann können wir doch noch in Ruhe eine Schnitte essen.Kaffee trinkendurch die Matsche hoppsen.oder Enten gucken.Ein bisschen läuft uns die Zeit weg, also gurken wir kurz einmal um den See, ehe wir weiter in Richtung Prießnitz radeln.

durch die Heide

Die Wege sind breit, gekiest und glatt. Die Richtung haben wir so gewählt, dass wir immer stromabwärts fahren. Nichts anspruchsvolles heute – hoffentlich langweilen sich die Kinder nicht zu sehr.Manchmal ist’s düster, dass man glauben könnte, gleich richtig im Regen zu stehen – es passiert aber nicht. Nur ab und an erzwingen Geocaches kleine Pausen.Nix wildes, heute werden nur Tradis mitgenommen, keine Multis, die verschlungene Pfade verheißen oder gar fiese Rätsel, die uns im Dunkeln lassen.

Zwischendrin präsentiert sich die Prießnitz immer wieder als kleines romantisches Flüsschen – ich könnte endlos Speicherkarten füllen.Jetzt sind es die Kinder, die drängeln: sie wollen endlich im Wasser rumstapfen und spielen. Die Spielpause soll es aber erst am Prießnitzfall geben, bis dahin müssen sie noch durchhalten. Außerdem haben sie gerade keine Gummistiefel an – und ich auch keinen Bock, jetzt den fliegenden Klamottenwechsel zu praktizieren…

Fast sind wir am Prießnitzfall angekommen, über eine kleine Brücke noch, dann ist es geschafft. Oh das ist aber interessant, wie die Frau da auf dem Baumstamm über die Prießnitz balanciert. Nicht nur die Kinder gucken gespannt – man ist ja doch der Schadenfreude willens.Es dauert, aber Zentimeter für Zentimeter hat sie es mit größter Vorsicht hinüber geschafft – wir applaudieren. Jetzt will Alina auch und besteht auf ihre Gummistiefel. Meinetwegen.Na, bei meinem Kind sah das eher nach einem lockeren Spaziergang aus *stolz*. Janni schafft es sitzrutschend trockenen Fußes rüber.Zurück aber nicht, der Fuß ist nass, die Äuglein auch…

Nicht lange – die Aussicht auf ein paar Kekse gleich um die Ecke beim Prießnitzfall lassen Jannika sich recht schnell auf ihr Fahrrad schwingen. Aber so gern & weit sie fährt, und so “haudrauf” sie oft ist, auf dem Fahrrad traut sie sich nicht allzuviel: Den Berg runter? fahren?! Nee!! Lieber schiebt sie.

Prießnitzfall

Endlich haben wir’s geschafft, große Pause am Prießnitzfall. Hurra, Gummistiefel!Beide Kinder behalten wirklich trockene Füße – hab ich in dem Alter definitiv nicht geschafft, und dann waren auch nicht nur die Füße nass.Nicht mal heute bleibe ich trocken. Beim Versuch, den Prießnitzfall besonders hübsch abzulichten, leg ich mich selber hin. Verdammt glitschig, solche nassen Steine.Fuß und Hosenbein nass, Jackenärmel auch. Gott sei Dank konnte ich die Kamera hoch genug halten…Spektakulär sind die Bilder vom Wasserfall auch nicht geworden. Aber was hätte man sonst zu erzählen?!

Alaunpark

Es geht auf halb fünf zu, aber allzuweit ist es nicht mehr bis Klotzsche. Wie schon gesagt, netto geht es bergab und brutto gibt es kaum Aufschläge.Kurze Frage an Jannika: Straßenbahn oder weiterfah’n? Naja, wie soll ihre Antwort schon ausfallen. Unten am Alaunpark gibt es noch ein schönes Softeis.Da die Kinder immer noch nicht platt sind und die Linie 11 sowieso einen riesigen Umbogen durch die Stadt nimmt, fahren wir auf dem direkten Weg zum Lenéplatz. Der Weg führt über Albertbrücke, Sachsenplatz und am Harbigstadion vorbei.Den Berg hoch nach Zschertnitz müssen die Kinder aber nicht auch noch, das kann ruhig die Straßenbahn erledigen. Immerhin 18 km sind heute zusammengekommen. Weit Radfahren mit Janni (und Alina) geht.

(swg)

Samstag, vier Uhr dreißig, der Wecker klingelt. Was tut man nicht alles fürs künftige Verreisen? Nach Lüneburg fahren zum Beispiel, mit dem Zug.

Ich quäle mich aus den Federn und unter die Dusche – kalt, warm, egal, munterer werde ich nicht. Kram schnappen und aufs Fahrrad. Nachdem Torsten gestern noch kurzfristig seine Mitfahrt abgesagt hat, entscheide ich mich fürs Strida. Faltrad und Bahn sind einfach ein unschlagbares Duo. Pünktlich bin ich am Bahnhof. Der IC auch.Durch die Nacht geht’s nach Berlin. Es ist nix los, der Zug nahezu leer und damit still: Schlaf nachholen – zumindest versuchen. Bis Berlin sind’s zwei Stunden.

Berlin erkennt man sogar mit der Nase. Der aus der U-Bahn aufsteigende Geruch ist unverwechselbar, das riecht in keiner anderen Stadt so. Eine halbe Stunde und ein Croissant später fährt der IRE nach Hamburg weiter.Ich erfahre ein Jahrhundert Bahntechnik-Unterschied zum IC. Der Wagenkasten ist nicht mehr aus Holz, die Generation davor war es aber sicher noch. Na, lieber schlecht gefahren als gut gelaufen.

Wofür ich das eigentlich mache? Mit unserem Wohnmobil haben wir schon einige Touren erlebt, nicht zuletzt unsere großartige Skandinavienreise. “Normalen” Urlaub gab es auch, am Olbersdorfer See zum Beispiel. Innerhalb Deutschlands verschlägt es uns dabei oft auf Campingplätze, zu oft für meinen Geschmack. Leider bin ich mit der dort wohnhaften Klientel nicht kompatibel, die geh’n mir zu schnell auf den Sack. Wenn schon bei Ankunft direkt das Wohnzimmer inklusive Teppich (sic!) auf den Rasen gekippt wird und anschließend der Platz aus Brüllwürfeln mit dem debilsten empfangbaren Gute-Laune-Sender beschallt wird, ist mein Toleranzwille schon arg strapaziert.

Mich zieht es weiter weg und in unwegsamere Gegenden. Mit ohne Menschen. Dem 3,5 t-Ducato wird aber schon eine feuchte Wiese zur Falle.

Eine Weile hab ich nun nach familientauglichen Allrad-Bussen gesucht. Ein Lkw á la Hermans soll’s nicht gleich sein, schon weil Maria nur einen Klasse-B-Führerschein hat. Bei den Bussen ist die Auswahl deutlich beschränkt. VW T3, T4 oder T5, Mercedes Benz Viano/Vito und auch der Sprinter.

Der T3 und T4 ist selten mit Allrad, und wenn angeboten, dann teuer oder “verlebt”. In Massen ist der T5 im Netz zu finden – sogar mit Allrad. Aber wenn man mein Budget von 13-17.000 € nimmt, ist die Laufleistung gern jenseits von 200.000 km. Ein Telefonat mit meiner Stammwerkstatt war ernüchternd: Den Diesel mit 180 PS unbedingt stehen lassen, die Motoren sind nicht zuverlässig. Beim 140 PS darf ich bis 100.000 km zuschlagen, soll aber noch 4-5 Scheine beiseite haben, damit der auf der Straße bleibt. Kurzer Preis-Check: T5 mit 140 PS und Allrad bis 100.000 km? 23.000,- € plus die Scheine fürs Auf-der-Straße-Halten! Nö!!

Bei den Benz der Baureihen W 639 sieht es besser aus. Wenigstens scheinen die Motoren kein Problem zu sein. Allrad ist auch verfügbar. Die Preise sind im Rahmen und das Angebot ausreichend. Wenn ich allerdings meinem ehemaligen Nachbarn Glauben schenke, sind die Bremsen gerne öfter fällig, Federn zerbröseln, die Lackqualität lässt zu wünschen übrig und auch sonst trüben gern diverse Kleinigkeiten das Gesamtbild. Darüber könnte man vielleicht hinwegsehen, wenn man die Ausstattungsvariante “karg” wählt. Dann sind nicht so viele Kleinigkeiten verbaut und werden bei einem robust ausgerüsteten Off-Grid-Camper auch nicht zu sehr vermisst. Eigentlich ist es trotzdem noch ein Kandidat.

Wenn es älter sein darf, wäre da noch der VW LT oder ein Iveco Daily. Beides ist sehr selten als Bus oder Transporter und wenn angeboten, sind die schon zu Reisemobilen umgebaut – meist nur für 2 Personen und nicht familientauglich. Entsprechende Preise werden dann außerdem aufgerufen – 30.000 € für einen Camper, der innen nicht für uns alle taugt? Nee. Achja, Allrad-Sprinter liegen auf dem gleichen Niveau, aber ohne Innenausbau.

Und dann ist mir noch was ganz anderes über den Weg gelaufen, etwas, das ich überhaupt gar nicht auf dem Schirm hatte! Unschuldig stöberte ich auf ebay-Kleinanzeigen: Ein Chevrolet Van! Ja genau, baugleich mit dem GMC Vandura – das A-Team lässt grüßen. Aber der hier ist mit Allrad und martialisch höhergelegt! Und der Preis ist gerade noch im Rahmen.

Was gibt es für Schwächen beim Chevy? Rost! Aber der hier hat schon eine Komplett-Kur gekriegt, alle Dellen wurden rausgezogen, alles geschliffen, gespachtelt und neu lackiert. Vorderachse: Die Lager schlagen gern aus, schon gleich, wenn die nicht halbjährlich abgeschmiert werden – was wohl gerne vernachlässigt wird. Motor: Es ist ein 5.7 L V8. Das ist natürlich mitnichten eine Schwäche, gilt doch der 350er Smallblock als unzerstörbar. Mit der TBI – also Einspritzung – hält sich sein Durst für so ein Monster mit 200 PS und 380 Nm in Grenzen. Mit ca. 16 L auf 100 km muss man rechnen.

Genau das ist der Grund für meine heutige Bahnreise. Ich geh mir den Boliden angucken und gegebenenfalls kaufen. Mitnehmen kann ich ihn leider nicht gleich. Der TÜV hat seinen Segen wegen der Bremse hinten rechts vorerst verweigert. Das steht einer Besichtigung aber erstmal nicht im Wege. Gleich halb elf, Lüneburg wurde schon angesagt und Steffen – der Verkäufer – hat sich auch schon gemeldet, um mich vom Bahnhof abzuholen.

Update: gekauft! Eine dreiviertel Stunde ist Steffen mit mir durch die Gegend gegondelt. Abgesehen von einer leichten Ölfeuchigkeit am Getriebe scheint alles i.O. Flüssigkeiten sehen erstmal ganz gut aus. Sobald der TÜV drauf ist, bekomme ich das Vollgutachten für die Zulassung und kann das Gerät abholen. :)
(swg)

Same procedure as every day. Es stürmt, es geht nur bis zur Rosenalm, sonst ist kein weiterer Lift offen. Und die Skischule findet statt. Zur Abwechslung schneit es mal. Waagerecht.Jannika stört’s nicht, die Skischule liegt vergleichsweise geschützt. Alina flitzt mit Ihrer Gruppe schon die blaue Piste herunter.

So hatten wir uns unseren letzten Tag eigentlich nicht vorgestellt. Zwar macht der frische Schnee Spaß, die Sicht ist aber mies und es stürmt in Böen. Wirklich fies ist, dass es morgen ein wunderschön sonniger Tag werden soll. Mit frischem Schnee auf den Pisten. Und wir sollen heim fahren.

Im Prinzip ist es beschlossene Sache, wir fahren frühestens mittags gen Heimat. Mindestens ein Pistenvormittag muss drin sein. Und auch die Kinder haben Lust, nochmal in die Skischule zu gehen.

Wir sprechen kurz mit der Skischule und entscheiden, dass wir wohl -den ganzen Tag bleiben werden. So kann Alina auch das Abschlussrennen ihres Skikurses erleben. Außerdem will sie mit uns nochmal die blauen Pisten runter fahren.

Das heißt dann für uns heute Abend alle Habseligkeiten zusammenzusammeln und das Auto weitestgehend zu packen.

(swg)

Wenn wir gestern dachten, mieser könnte das Wetter nicht werden, belehrt es uns heute eines Besseren. Noch nach dem Frühstück steht an allen Pisten “gesperrt”. Hier im Tal regnet es aus Kübeln. Oben am Berg scheint es für Schnee auch zu warm zu sein. Was aber dazu kommt ist, dass die Lifte nicht zu öffnen scheinen. Wenn das so bleibt, gibt es heute keinen Skischule. Auch dort ist man sich nicht sicher, wir sollen um neun nochmal anrufen. Auf einen Tag abseits der Piste scheinen sich einige einzurichten – jedenfalls ist der Frühstücksraum um diese Zeit sonst nicht so leer.Ein Alternativplan wäre, baden zu gehen. Es könnte aber sein, dass so ziemlich alle auf diese Idee kommen. Wir beschließen, optimistisch zu sein und bereiten trotzdem einen Tag auf der Piste vor. Und wir haben Glück, zumindest die Rosenalmbahn öffnet und die Skischule findet statt.

Die Kinder haben Spaß auf der Piste, Wetter egal.Bei uns geht es eher gemächlich. An den blauen Pisten auf der Alm haben ein paar fleißige ein paar Sprunghubbel zurechtgeschaufelt, da kann man sich ein bisschen dran abarbeiten. Die rote 11 zur Mittenstation ist nicht soo spannend, aber ganz ohne diese kleine Abwechslung geht es nicht. Das Wetter wird dafür immer mieser.Während wir beim Mittagessen sitzen, verschwindet langsam die Bergstation der Rosenalmbahn.Als ich eine Portion Pommes nachhole, sagt ein Bediensteter der Bahn an, dass die Bahn demnächst wegen des Sturms den Betrieb einstellen muss. Aufessen dürfen wir noch, dann müssen wir runter. Schöner ist es hier nicht.Die Zeit lässt sich ja nutzen – beim Kuchenessen in der Bar und zum Postkarten schreiben etwa.

(swg)