Archives for the month of: November, 2019

Mehrere Erfahrungsberichte haben nahe gelegt, dass das Lenovo Ideapad Miix 320 unter Linux laufen wird. Sehr wahrscheinlich wird das meiste direkt funktionieren, zumal die meisten noch Ubuntu-Mate 18.04 mit 4er Kernel installiert hatten. Andere haben Arch versucht oder Debian, ebenfalls erfolgreich. Ich starte direkt mit Xubuntu 19.10 und einem 5er Kernel.

Was man vorher unbedingt tun sollte – und zwar noch unter Windows – ist ein BIOS-Update. Auf meinem war noch ein 7.irgendwas, aktuell ist das BIOS 8.4. Es beugt einigen Ungereimtheiten vor, wahrscheinlich hängt das Blackscreen-Problem teils damit zusammen und zuletzt wurde nochmal was am Wifi gemacht.

Windows, ade! Scheiden tut weh.

von wegen ;) Auf einen USB-Stick hab ich das Xubuntu 19.10-Image kopiert. Mit [Fn+F2] während des (hässlichen!) Lenovo-Splash-Screens kommt ihr ins BIOS, dort stellt ihr “Secure-Boot” auf disabled. Wenn der Stick steckt: neu starten, dann kann man per [Fn+F12] ins Bootmenü gelangen. Mit einem 19er Ubuntu ist der Zauber von Kernel-Parametern nicht mehr nötig, die Installation läuft einfach durch. Windows lasse ich direkt von der Platte putzen, Xubuntu darf sich die gesamte 64GB-SSD einverleiben.

Out of the Box funktionieren bei Xubuntu 19.10 (also mit XFCE):

  • Display – auch wenn es erstmal nach links gedreht ist,
  • Helligkeitsreglung,
  • Touchpad,
  • Touchscreen (multitouch),
  • Wifi,
  • LTE-Modem (ist ein FIBOCOM L813-EAU per internem USB),
  • Batterie- und Ladeanzeige,
  • Sound

Suspend2RAM geht manchmal, manchmal auch nicht, irgendwas weckt das Tab gleich wieder auf. Unwichtig vorerst, immerhin geht beim Zuklappen das Display aus und – wichtig – beim Aufklappen wieder an.

Die beiden Kameras funktionieren nicht, ebenso tut die automatische Dreherei des Displayinhalts nicht – aber da kümmer ich mich später drum. Erstmal muss der Bildschirm richtig gedreht werden. In der Lightdm-Konfiguration legen wir ein Startscript fest: In /etc/lightdm/lightdm.conf.d/ legen wir als root eine Datei namens 80-display-setup.conf an:

[SeatDefault]
greeter-setup-script=/etc/lightdm/greeter_setup.sh

Das bash-script muss natürlich als root angelegt und folgendermaßen befüllt werden:

#!/bin/bash
# Loginscreen auf querformat
xrandr -o right
xinput set-prop “FTSC1000:00 2808:1015” –type=float “Coordinate Transformation Matrix” 0 1 0 -1 0 1 0 0 1

Ausführbar gemacht chmod u+x /etc/lightdm/greeter_setup.sh erscheint der Login korrekt gedreht. Die xinput-Zeile sorgt dafür, dass der Touchscreen mit gedreht wird.

Aber dein Scheiden macht, daß jetzt mein Herze lacht.

Soweit bin ich erst einmal zufrieden. Die Installation lief angenehm unspektakulär, sowas schafft auch ein Neuling in Sachen Linux. Danke an die ganze Community, die hier einfach saubere Arbeit geleistet hat :)

Nach wenigen Tagen habe ich festgestellt, das bei meiner Art der Nutzung der Akku locker 10 h durchhält. An die Tastatur habe ich mich schnell gewöhnt, nur die F-Tasten über Fn+ erreichen zu müssen ist manchmal etwas mühsam. Und ich hätte gern einen ordentlichen Tablet-Mode: Wenn ich das Tab vom Display ziehe soll das automatische Drehen des Displays funktionieren und die Bildschirmtastatur aktiviert werden. Kommt Zeit, kommt Script…

Liedtext in der Wikipedia

(swg)

Seit über zehn Jahren nutze ich nun meinen Asus Eee PC 901 Go. Meist hat er gut funktioniert, hin und wieder hat das UMTS-Modem rumgezickt. Aber immer hat er mir eigentlich gute Dienste gleistet, beim Bloggen von unterwegs und manchmal auch beim Geocachen. Inzwischen ist das Alter der Hardware doch deutlich zu spüren: So ein Atom N280 hat halt noch nie Bäume ausgerissen. Daran ändern auch 2 statt 1 GB RAM nicht so viel, oder eine SSD.Er hat mich sehr oft begleitet. Eigentlich immer, wenn ich mehr als einen halben Tag draußen war – das sieht man auch öfter mal im Blog.

alte Liebe rostet doch

Seit drei Jahren schaue ich regelmäßig nach Ersatzkandidaten: Mobilfunk, WLAN, brauchbare Akkulaufzeit (mindestens die 5 h des Eee) und linuxfähig. Außerdem der Preis: Die 270,- € von Asus waren damals eine klare Kampfansage. Viel mehr wollte ich auch nicht anlegen, vor allem aus einem Grund: Ein so ultramobiles Gerät geht auch schnell mal verlustig. In der Kategorie Ultrabook täte das bei ca. 1000,- € ziemlich weh. Akut wurde es, weil mein weißer Eee vorletztes Jahr plötzlich verstarb: Mainboard defekt. Da der Markt nichts gescheites hergab, habe ich mir nochmal den Eee in gleicher Ausstattung auf ebay-kleinanzeigen beschafft.Mit Ubuntu war ich nun wieder eine Zeit lang glücklich. Die Hardware ist aber eben immer noch mehr als 10 Jahre alt. Inzwischen sind auch meine Bilder, die ich fürs Blog vorbereiten muss, durch die α6000 so groß geworden, dass es eine Qual geworden ist, die vom IMG-Helpr klein rechnen zu lassen. Wollte ich parallel dazu im Browser schreiben, durfte ich den Buchstaben beim Erscheinen zugucken.

andere Mütter haben auch…

Für einen Ersatzkandidaten war ich im Neuzustand zu geizig: Das Lenovo Ideapad Miix 320 stach mir vor zwei Jahren ins Auge. Mit LTE, 4 GB RAM und 64 GB SSD sollte der fast 400,- € kosten. Drin werkelt ein Atom (also x86 und damit linuxtauglich). Cool daran: Das Display geht ab, ein Convertible. Eine kurze Google-Recherche förderte ausreichend Beiträge zutage, in denen Ubuntu, Debian und Arch erfolgreich implantiert worden. Inzwischen sind auf ebay-kleinanzeigen die ersten Opfer des Windows-10-Ressourcen-Hungers drin. Meinen neuen gebrauchten hab ich für schmale 150,- € inklusive Versand bekommen.Damit ist das Schicksal meines treuen Eee besiegelt, er ist (mit einer Träne im Augenwinkel) ersetzt. Vielleicht findet noch jemand Verwendung für ihn (und seinen verstorbenen Bruder), er ist auf ebay-kleinanzeigen zu erwerben.

(swg)

Unter der Woche bin ich gezwungener Maßen Frühaufsteher (viertel sechs), das wirkt sich sogar aufs Wochenende aus. Halb sieben ist an Schlaf eigentlich nicht mehr zu denken – egal welchen Tags. Erst recht nicht mit einem dauerfernsehenden Zimmergenossen und bei den dermaßen durchgelegenen Krankenhausmatratzen.

Ich tue, was ich hier jeden Morgen tue: Eine Dusche, anziehen und anschließend hole ich mir meinen ersten Tee vom Wagen auf dem Gang. Mit dabei habe ich ein Buch und so schlendere ich dann lesend über die Flure, Buch in der einen, Tee in der anderen Hand. Das Frühstück gibt es erst gegen acht.

Während ich auf der Gebäudebrücke meinen Gedanken nachhänge, entbrennt im Osten der Morgen von nacht-violett zu feuerrot. Dann drehe ich mich um, einen Blick nach Westen zu werfen. Ich wusste nicht, das ein Sonnenaufgang soetwas kann.Regenbogen vom SonnenaufgangUnd der Regenbogen ist tatsächlich vollständig!Regenbogen vom SonnenaufgangIch klopfe an die Scheibe der Aufnahme und weise nach draußen. Verdutzte Gesichter, Laute des Staunens, dann laufen sie alle – von der Küchenfrau bis zum Arzt – nach ihren Handys.

(swg)

Asfa-Wossen Asserate - Draußen nur KännchenIn den aktuellen Zeiten ist es in gewisser Weise tröstlich den Blick auf ein paar positive Seiten in Deutschland gelenkt zu bekommen. In ganz und gar herrlicher Weise beschreibt Asfa-Wossen mit dem Witz eines Gebildeten die vielen netten und manchmal absurden Alltagsseiten Deutschlands.

All die samtenen, deutlich geschichtsbewussten Anekdoten zu den Gepflogenheiten dieses Landes können mich aber nicht über die weit auseinander klaffende Schere der Oberen und Unteren hinweg sehen lassen. Seine Sicht ist die Sicht eines sehr privilegierten und auch schon etwas älteren Mannes auf das Land, in dem er seine neue Heimat fand. Es ist allzu leicht sich der Errungenschaften zu erfreuen, wenn man der Ungleichheit der Unterprivilegierten nicht ausgesetzt ist. Obgleich Asfa-Wossen in die Abgründe der deutschen “Integrations”politik geschaut hat, und ihm nur allzu gewahr ist, dass hier bestenfalls Toleranz denn Akzeptanz gelebt wird, erhält er sich seinen Exotenstatus. Vielleicht auch gerade deswegen. Es bleibt mein größter Vorwurf, der nicht sein Fehler ist.

Mir war sehr schön heimelig warm beim Lesen. Es ist schön Sie hier zu haben. Danke.

Draußen nur Kännchen von Asfa-Wossen Asserate
Verlag: S. Fischer Verlag GmbH, 4. August 2012, Taschenbuch
188 Seiten
ISBN 10: 3502151571
ISBN 13: 978-3-596-18157-5
Preis: 9,99 €

(swg)