Unter der Woche bin ich gezwungener Maßen Frühaufsteher (viertel sechs), das wirkt sich auch aufs Wochenende aus. Halb sieben ist an Schlaf eigentlich nicht mehr zu denken. Erst recht nicht mit einem dauerfernsehenden Zimmergenossen und bei den dermaßen durchgelegenen Krankenhausmatratzen.

Ich tue, was ich hier jeden Morgen tue: Eine Dusche, anziehen und anschließend hole ich mir meinen ersten Tee vom Wagen auf dem Gang. Mit dabei habe ich ein Buch und so schlendere ich dann lesend über die Flure, Buch in der einen, Tee in der anderen Hand. Das Frühstück gibt es erst gegen acht.

Während ich auf der Gebäudebrücke meinen Gedanken nachhänge, entbrennt im Osten der Morgen von nacht-violett zu feuerrot. Dann drehe ich mich um, einen Blick nach Westen zu werfen. Ich wusste nicht, das ein Sonnenaufgang soetwas kann.Regenbogen vom SonnenaufgangUnd der Regenbogen ist tatsächlich vollständig!Regenbogen vom SonnenaufgangIch klopfe an die Scheibe der Aufnahme und weise nach draußen. Verdutzte Gesichter, Laute des Staunens, dann laufen sie alle – von der Küchenfrau bis zum Arzt – nach ihren Handys.

(swg)

Asfa-Wossen Asserate - Draußen nur KännchenIn den aktuellen Zeiten ist es in gewisser Weise tröstlich den Blick auf ein paar positive Seiten in Deutschland gelenkt zu bekommen. In ganz und gar herrlicher Weise beschreibt Asfa-Wossen mit dem Witz eines Gebildeten die vielen netten und manchmal absurden Alltagsseiten Deutschlands.

All die samtenen, deutlich geschichtsbewussten Anekdoten zu den Gepflogenheiten dieses Landes können mich aber nicht über die weit auseinander klaffende Schere der Oberen und Unteren hinweg sehen lassen. Seine Sicht ist die Sicht eines sehr privilegierten und auch schon etwas älteren Mannes auf das Land, in dem er seine neue Heimat fand. Es ist allzu leicht sich der Errungenschaften zu erfreuen, wenn man der Ungleichheit der Unterprivilegierten nicht ausgesetzt ist. Obgleich Asfa-Wossen in die Abgründe der deutschen “Integrations”politik geschaut hat, und ihm nur allzu gewahr ist, dass hier mehr Toleranz denn Akzeptanz gelebt wird, erhält er sich seinen Exotenstatus. Vielleicht auch gerade deswegen. Es bleibt mein größter Vorwurf, der nicht sein Fehler ist.

Mir war sehr schön heimelig warm beim Lesen. Es ist schön Sie hier zu haben. Danke.

Draußen nur Kännchen von Asfa-Wossen Asserate
Verlag: S. Fischer Verlag GmbH, 4. August 2012, Taschenbuch
188 Seiten
ISBN 10: 3502151571
ISBN 13: 978-3-596-18157-5
Preis: 9,99 €

(swg)

Wer so durch mein Blog klickt, und im Speziellen auf Bilder, wird festgestellt haben, dass die großen Versionen der Bilder direkt verlinkt sind. Klickt man drauf, bekommt man das nackte Bild. Zum Beitrag geht es nur mit dem “Browser zurück”. Ich kenne eigentlich keine Seite, die das heute noch so macht. Alle benutzen irgendeine Art lightbox. Mit etwas unfreiwilliger (aber nicht gänzlich frei verwendbarer) Freizeit geschlagen, habe ich mich des Themas gerade angenommen.

Woher nehmen?

Eine erste Idee war, nicht haufenweise Javascript dazu zu tun, sondern eher was leichtgewichtiges, nur in CSS, zu benutzen. Ich denke nicht, dass ich hier irgendwas selber klöppeln sollte – die Weiten des Internets bieten viele Lösungen. Mal abgesehen davon, dass die beiden getesteten Pure-CSS-Lösungen nicht funktionierten, hätten sie einen zweiten Nachteil gehabt: Es wären immer alle Bilder beider Art (Thumbnail und groß) direkt mit der Seite geladen worden. Verschwendung. Vor allem von Bandbreite auf mobilen Endgeräten.

FancyBox 3

Am Ende bin ich bei FancyBox3 hängen geblieben. Nicht, weil es was ganz herausragend Besonderes gegenüber allen anderen Lightboxes wäre: Nein, es gab einfach eine Gute Anleitung™ von Paal Joachim Romdahl bei easywebdesigntutorials.com. Und auch die FancyBox-Seite hilft sehr gut weiter. Ok, besonders ist es in der Hinsicht, dass es sich in meinen Beiträgen direkt verwenden lässt. Ich muss nicht erst irgendwelche Galerien irgendwo im Blog anlegen. Es genügt in die bisherigen Bilderlinks noch ein Attribut einzufügen – das krieg’ ich sicher auch automatisiert für alle alten Beiträge hin.

modern times!

Wie das immer so ist bei guten Anleitungen und anwenderorientierter Software: Die Recherche hat länger gedauert als die Integration. Ich hätte das Plugin für WordPress nehmen können, hab’ den Kram aber lieber direkt ins aktuelle Theme geschraubt.

Als erster Beirag profitiert davon Straßenbahnmuseum Prag. Mal sehen, wie schnell ich alte Beiträge nachziehen kann. Außerdem muss ich dann noch meinen IMG-Helpr aktualisieren.

(swg)

Es gibt einen Haufen Städte, die schlafen nicht. Berlin gehört dazu, genauso wie auch Prag. Dresden tut es aber und man kann das vor allem hören. Nachts, irgendwann, ebbt der Geschäftigkeitslärm – also hauptsächlich der vom Verkehr – ab. Es wird richtig still, Geräusche werden nur vereinzelt von Tieren oder einem einsamen Nachtwanderer verursacht. Sonst hört man nichts. Dann schläft die Stadt. Den Zeitpunkt kann man nicht so recht fest machen, schleichend verebbt der Lärm.

Aber den Zeitpunkt des Erwachens kann man ganz beeindruckend erleben. Mit einem Mal, wie angeschaltet, brandet die Geschäftigkeit der Stadt an. Gerade eben habe ich es gehört. Fast pünktlich um fünf setzte die Brandung ein, das tosende Umherirren vieler Städter in den Morgen. Es wird das Grundrauschen des ganzen Tages sein. Bis in den späten Abend.

Aufgefallen ist mir das nicht zum ersten Mal. Ich bin mir sehr sicher, dass es damals, zu Zeiten meines Studiums, erst gegen sechs Uhr begann. Genauso plötzlich und eindringlich aber eben eine Stunde später. Sogar noch vor fünf Jahren war das so, denke ich jedenfalls, will meine Hand dafür aber nicht ins Feuer legen. Aber die Stadt steht heutzutage eine Stunde eher auf.

(swg)