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Dieses Jahr sieht es gut aus: Die Universitätsschule hat für die Grundstufe deutlich mehr als die nötigen 80 Anmeldungen, sagen wenigstens die DNN. Insgesamt scheint der Start der Universitätsschule dieses Jahr sehr viel reibungsloser zu laufen. Die positive Resonanz in Form der vielen Anmeldungen ist natürlich erfreulich. Bleibt abzuwarten, wieviele vorher noch abspringen – sei es um auf eine Schule freier Trägerschaft oder eine profane in städtischer Hand zu gehen.

So werden auch wir uns die Tür für die SRH vorerst offen halten (müssen). Es ist leider so, dass wir uns für die SRH entscheiden müssen, ehe wir den Platz in der Univeristätsschule sicher haben: Den Vertrag mit einer Freien Schule schließt man schon Anfang Januar. Da die Unischule in städtischer Trägerschaft ist, erfahren wir das, wie alle anderen, erst im Mai.

Das die Unischule nicht startet, ist eher unwahrscheinlich. Außerdem sind die Anmeldezahlen jetzt auch nicht so hoch, dass wir uns darum sorgen, aussortiert zu werden. Wahrscheinich machen eh noch einige einen Rückzieher: Die von den Montessori-Schulen geteilten Erfahrungen legt das jedenfalls nahe.

Das Gebäude der Universitätsschule ist die alte Plattenbauschule auf der Cämmerswalder Straße. Unter zwei Aspekten finden wir das optimal: Erstens ist die Schule damit viel günstiger für uns zu erreichen, als am alten Standort in der Johannstadt. Und zum Zweiten hat die Universitätsschule das neue Gebäude für sich allein. Für die ersten Jahre reichen die Räumlichkeiten, für den kompletten Betrieb aber nicht. In Planung ist ein Container-Neubau auf dem Gelände – Platz genug ist jedenfalls.

Was es außerdem gibt, ist der Verein zur Schule: Universitätsschule.org. Anmelden kann man sich schon, was die Mitgliedschaft kostet, scheint noch nicht klar zu sein. Mal sehen, wie man sich da einbringen kann.

(swg)

Irgendwie muss es gehen, dass wir unsere Wege verkürzen: Solange nur ich täglich mit dem Bus nach Nossen pendeln musste (~50 min für den gesamten Weg) war alles noch ziemlich in Butter. Maria schrieb zu Hause an ihrer Arbeit und konnte die Kinder in die Kita bringen bzw. auch abholen. Jetzt hat sie allerdings einen Job: in Freiberg. Das heißt auch für sie 45 min mit Fahrrad und Zug zu pendeln. Würde sie nicht verkürzt in einer 30 h-Woche arbeiten, ginge der Familienalltag nicht auf.

Nun hatte sich mir der Floh ins Ohr gesetzt, dass man ja nicht in Dresden bleiben müsste. Der Dreh- und Angelpunkt bleibt dabei aber die Schule für Alina. Immer noch soll es eine freie Schule sein, keine staatliche. Freiberg hat tatsächlich eine und sie existiert seit 20 Jahren: die “Freie Gemeinschaftsschule Maria Montessori”. Und heute hat sie Tag der offenen Tür.

Das Grundkonzept des klassenstufen-gemischten Lernens ist auch hier gegeben: 1.-3. Klasse als Unterstufe, 4.-6. Klasse als Mittelstufe und 7.-9. Klasse als Oberstufe. Zu guter letzt gibt es noch die Abschlussstufe: mit der 10. Klasse machen die Schüler den Haupt- bzw. Realschulabschluss. Auch das Abitur kann abgelegt werden, erstreckt sich hier aber über 3 Jahre (11.- 13. Klasse). Man will den gedrängten Stoff entzerren und einen Mehrwert bieten: Jedes Jahr schreiben die Schüler einen wissenschaftlichen Beleg, um sie auf ein Studium oder ähnliches vorzubereiten. Und sowas tut not: Mit großem Erschauern erinnere ich mich an ein Feature in Figaro über einen Jahrgang Abiturienten, die in ihrer Prüfungszeit begleitet wurden. Am Ende stand die Frage, wie die Pläne der Schüler seien – studieren, Ausbildung, ganz was anderes? “Weiß nicht” war der Grundtenor und die zielstrebigste Antwort war noch “Vielleicht Weltreise?” – mit Fragezeichen!! In meinen Augen katastrophal und ein Armutszeugnis für das dt. Bildungssystem. Es spuckt ziellose Menschen aus. Glückwunsch.

In der Abiturstufe verlangt die Freie Gemeinschaftsschule jedem Schüler ein externes Praktikum ab, um Orientierung zu befördern – aber sowas kennt man auch von “normalen” Schulen.

Die gesamte Schule scheint von großem Engagement der Lehrer und Eltern gestützt – ohnehin werden von den Eltern zwei Stunden Mitarbeit pro Monat verlangt. Kann man schaffen. Derzeit versucht man sich an einem Neubau des Schulgebäudes. Nötig wäre er – die finanziellen Mittel scheinen ein ungelöstes Problem zu sein.

Als Schule für Alina kann ich mir die Freie Gemeinschaftsschule durchaus vorstellen. Mal sehen, wie es mit dem Wohnen in Freiberg klappt…

(swg)

Nach dem Infoabend an der SRH, bei dem Maria alleine war, hatte jetzt die NuS Ihren Tag der offenen Tür. Die Woche über war ich auf Installationsfahrt und hatte mehr als genug Überstunden: Freitag konnte ich eher verschwinden.

Uns ist ziemlich wichtig, Alina zu zeigen, wie Schule sein kann – bisher will sie nämlich eher nicht Schulkind werden. Wahrscheinlich hängt das vor allem damit zusammen, dass sie in diesem Zuge alle ihre Freunde verliert: Nerio, Neele und auch Anike. Durch die Rückstellung um ein Jahr bleibt sie wenigstens mit Anike im Kindergarten.

Als wir auf dem Schulparkplatz stehen, ist Alina eingepennt.Schulverweigerer! Dauert aber nicht lang, bis sie wieder aufwacht.

NuS also: Das steht für Natur- und Umweltschule. Man schreibt sich auf die Fahnen, das Lernen und die Natur zu verbinden: Gelernt wird oft draußen, prinzipiell lehnt man sich sehr an die Jenaplan-Pädagogik an. Praktisch kann man die herausragendsten Punkte finden:

  • Kinder lernen in Lerngruppen gemischt aus wenigstens zwei Jahrgängen,
  • einer Lerngruppe stehen zwei Pädagogen gleichzeitig zur Verfügung,
  • die Kinder erarbeiten sich anhand eines Wochenplanes mit Aufgaben ihre Lerninhalte,
  • Zensuren gibt es nicht.

Allgemein steht der soziale Umgang im Vordergrund. Das miteinander Lernen steht im Vordergrund, nicht das Pauken nach dem Schulstunden-Takt.

Die NUS ist für 64 Kinder eingerichtet. Es gibt zwei Lerngruppen aus den ersten drei Klassenstufen (je 24 Kinder) und eine Lerngruppe (16 Kinder) in der vierten Klassenstufe.

Die Schule öffnet 7:30, das Lernen beginnt morgens um 8 mit 1,5 h Freiarbeit. Dazu gehört ein Morgenkreis, wie man ihn inzwischen aus den meisten Kitas kennt. Nach einer halbstündigen Frühstückspause folgen weitere 1,5 h Freiarbeit, in denen die Kinder an Aufgaben ihres Wochenplans arbeiten.

Die Besonderheit der NUS ist ihre Fortführung des Waldkindergartens. Es gehört ein reichliches Waldstück zur Schule. Jede Lerngruppe nimmt das Mittagessen auf ihrem Gruppenplatz im Wald ein. Natürlich existiert je eine Überdachung in Form eines großen Pavillons.

Danach folgen noch einmal 1,5 h sogenannte Projektarbeit. In der Zeit werden die anderen Fächer – Sport, Englisch, Sachkunde – behandelt. Anschließend beginnt der Hort. Die neu eingeschulten Kinder haben ab dem Mittag keinen “Unterricht” mehr.

Einen Tag in der Woche findet der Unterricht komplett draußen im Wald statt. Hier wird verstärkt der Sachkundeunterricht durchgeführt und der Schwerpunkt der Schule gesetzt: Natur und Umwelt. Das Wetter muss schon reichlich schlecht sein, um nicht raus in den Wald zu gehen: Es gibt in dem Fall genug Möglichkeiten Exkursionen in Museen und ähnliches durchzuführen.

Jeden Freitag werten die Lehrer und Pädagogen mit jedem Kind einzeln den Wochenplan aus. Was hat geklappt, wo braucht es vielleicht mehr Unterstützung, ist das Pensum gut, oder wäre mehr/weniger vielleicht angebracht.

Als erstes hat mich beeindruckt, wie viele Lehrer und Pädagogen dort sind: Vormittags pro Lerngruppe zwei, Nachmittags noch einmal zwei – für 24 Kinder! Es existiert durch den Wochenplan tatsächlich eine individuelle Betreuung – etwas, was ich so nie gesehen, geschweige denn erfahren habe. Zum Tag der offenen Tür waren auch noch eine Menge Schüler da, die den Besuchern die Schule und ihren Alltag erklärten. Haben sie sehr schön gemacht. So eine kleine Schule sagt mir außerdem zu – ich denke, man kennt sich dann untereinander recht gut. Die anwesenden Lehrer und Pädagogen waren mir allesamt recht sympatisch, ich hab mich direkt wohl gefühlt. Alina hat übrigens ein Fazit gezogen: “Das ist eine Schule, auf die ich gehen würde.” Spontan, ohne das wir gefragt hätten.

(swg)

Wir wissen schon heute, dass wir unsere Kinder nicht auf eine Regelschule schicken wollen. Die Gründe sind so vielfältig, laufen aber alle auf die die Furchtbarkeiten der staatlichen Regelschulen hinaus.

Heute: Früher weniger Schlaf hilft später Müdigkeit ertragen! oder so

Aus der Elternratssitzung: “Die Schulen weisen die Kitas darauf hin, dass Erstklässler keinen Mittagsschlaf in der Schule halten können. Man hätte in den Schulen große Probleme mit den Schülern, die mittags in ein tiefes Loch fallen. Die Empfehlung der Schulen lautet, die Vorschüler darauf vorzubereiten: Man solle ihnen schon jetzt, in der Vorschule, langsam den Mittagsschlaf entziehen.”
Es fällt also den Schülern in der Schule schwer, nach ihrem Pensum – und wir reden hier von der ersten Klasse! – noch die Augen offen zu halten. Den Schülern kann/will man die offenbar notwendige Ruhe nicht einräumen. Stattdessen schlägt man vor, sie an diese Quälerei schon etwas eher zu gewöhnen. Je eher man gequält wird, desto besser erträgt man es nämlich später!!1!

Ernsthaft?

(swg)