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Es ist viertel zwölf, ehe der gesamte Kram im Wohnmobil verstaut ist. Unglaublich, was doch jedesmal neben den Klamotten noch alles mit muss. Irgenwie zieht man schon in seine Ferienwohnung ein, ehe man losgefahren ist. Einen kurzen Schreck gab’s gestern Abend noch: Der Klodeckel im Womo fehlt… hat sich heute Morgen im Keller angefunden, zusammen mit den Kühlschrank-Türfächern. Bei der Reinigung am letzten Zulassungstag 2016 war der Krams zu Hause liegen geblieben.

Mittag gibt es unterwegs, wir gehen Essen. Jetzt noch anzufangen irgendwo was zu kochen, darauf hab ich gar keinen Bock. Wir wollen eigentlich bis Leipzig und von da über die A38 nach Seeburg. Ums kurz zu machen soll es autobahn-nah sein: Alles Mäckes-verseucht :(. Dann haben wir eine bessere Idee! In Taucha gibt’s ein große Ansammlung von Märkten und darunter auch ein großes Möbelhaus. Die haben immer ein sehr günstiges SB-Restaurant.

Der Plan geht auf. Spätzle & Wildgulasch, Spargel mit Schnitzel, selbst zusammengewürfelter Kinderteller, Milchreis mit Kirschen; herrlich. Alina verblüfft dann nur mit ihrem Wunsch zu ihrem Milchreis ein Schnitzel als Nachtisch zu wollen… Bitte gern.

Wir fahren die A14 weiter nach Norden und durch Halle nach Seeburg – war kürzer als zurück und über die A38.

Der Süße See ist wirklich hübsch Auf dem Campingplatz kommen wir problemlos untersogar wunschgemäß am Spielplatz.Die Kinder werden auf ihre Laufräder gesetzt und dann geht es 500 m zurück zum Biergarten: Jetzt gibt’s ein Eis.So sehr warm ist es heute nicht, trotz Sonne. Mehr als die Füße will keiner in den See stecken; außerdem ist das Ufer hier fies steinig.Tablet-Kamera war von innen feucht…

(swg)

Gerade bin ich mit der Suche nach einem Campingplatz beschäftigt. Im Juni wollen wir irgendwo bei Kassel rumstehen. Eine ruhige Woche und eine Hochzeit soll es geben. Wegen der Hochzeit gibt es wenig zu bedenken; das läuft. Was den Campingplatz betrifft, ist die Sache schon nicht mehr so einfach. Ein paar Plätze gibt es. Die aus der Ferne auf ihre Kindertauglichkeit zu taxieren ist kaum möglich. Was einfach vielen Webseiten fehlt, ist eine sinnvolle Gallerie, anhand derer man sich ein Bild machen könnte. Viele erwähnen noch nicht mal in ihrer Beschreibung einen Spielplatz. Haben die wirklich alle keinen?! Googles Rezensionen helfen in der Richtung auch nicht weiter. Sanitäre Anlagen, die Schnitzelgröße und ob Waldi und Lassie komod Gassi gehen können, das interessiert den typischen Camper hier. Kinder kommen nicht vor.

Schlimm wird es bei den Plätzen, wo man kinderfreundlich keit am ehesten vermuten könnte : Bauernhof dran etc. Die Bewertungen klaffen extrem auseinander. Und ein sich über Rachewertungen echauffierender Platzbesitzer rückt das Bild eher nicht wieder gerade.

Im Moment tendiere ich zum Edersee und dem Campingplatz Rehbach. Preise sind noch im Rahmen und die Umgebung mit See, Wildtierpark und Baumwipfelpfad versprechen Beschäftigung.

(swg)

Unser Stadtbummel beginnt am Gründungsort von Göteborg, dem Kronhuset. Es ist das älteste Gebäude der Stadt.Der Geocache hier versteckt sich leider zu gut, also dödeln wir weiter Richtung Fußgängerzone.
Hinterm Stadmuseum laufen wir nur lang, obwohl das einiges zu bieten hat – wir kommen mit Sicherheit nochmal wieder.Über den Stora Hamnkanalen schlendern wir hinüber in die Fußgängerzone.Da wäre ich gerne mitgefahren, alte Straßenbahnen sind toll.In der Fußgängerzone bleibt unser Blick an einem Schaufenster hängen, Villervalla heißt die Klamottenmarke. An dem Kleid kamen wir einfach nicht vorbei.Und an der Mütze, und am Schal. Wir haben hin und her probiert, am Ende haben wir die 110 genommen, die einen Tick zu groß ist. Damit passt es dann im Frühjahr wahrscheinlich noch.Als nächstes werfen wir einen Blick auf und in den Dom von Göteborg.Neuklassizistische nennt sich der Stil der Innenraumgestaltung.Vorn an der Västra Hamngatan steht der Dombrunnen, einer der ältesten Trinkwasserbrunnen der Stadt. Mit Geocache.Langsam müssen wir uns zum Womo zurückbegeben. Nicht nur unser Parkschein läuft ab, es wird eh Zeit weiterzufahren.Gegen halb sechs brechen wir aus Göteborg auf. Einen kleinen Abstecher zu einem ausgewiesenen Wohnmobilstellplatz machen wir noch. Wir müssen dringend entsorgen, der Grauwassertank ist schon wieder randvoll. Es werden nicht mal Gebühren verlangt – nur fürs stehen über Nacht. Das nehmen wir nicht in Anspruch, ein paar Kilometer wollen wir noch Richtung Malmö zurücklegen. Ziel ist aber erst Hovs Hallar.

Unsere Suche nach einem Platz für die Nacht gestaltet sich mal wieder schwierig. Eigentlich gibt es in Falkenberg Womo-Stellplätze am Hafen. Allerdings hat man sich hier dazu entschieden, außerhalb der Saison die Plätze zu sperren. Ein schwedischer Wohnmobilist steht genauso ratlos vorm Schild wie wir. So viel Zeit zum zögern haben wir aber nicht, die Kinder wachen nur auf, wenn wir zu lange herumstehen. Die anderen Campingplätze an der Straße sind uns einfach zu teuer, um nur eine Nacht zu schlafen und morgen früh wieder zu verschwinden. In Ugglarp haben wir Glück: Ugglarps Camping. Im Prinzip ist der Platz geschlossen, aber über die Kasse des Vertrauens kann man trotzdem drauf – und bei nur 15,-€ bleiben da auch keine Fragen. Es ist spät, die Dunkelheit ist längst hereingebrochen. Die Kinder werden von ihren Sitzen in die Betten transferiert, der Tag ist zu Ende.

151.547 km (5.666 km)

(swg)

Wir verlassen den Vrangfoss und gurken zurück zur E18.Sandfjord und Tonsberg lassen wir links liegen. Uns treibt es jetzt doch nach Hause. Heute Morgen habe ich Kinderlieder angefangen auf Sächsisch zu singen – sehr zur Erheiterung von Alina – aber ich denke, dass ist das Signal zur dringenden Heimkehr. Unsere geplante Zeit von 6 Wochen für Skandinavien überschreiten wir ab heute schon. Bis Horten fahren wir und setzen dort mit der Fähre nach Moss über.Wir dödeln an Deck der Fähre herum, pralle ist das Wetter nicht, aber im Womo rumsitzen und auf das Heck des nächsten starren ist auch keine Alternative.Jannika könnte ruhig mal anfangen, freihändig zu laufen.Der Blick über den Oslofjord ist etwas trübe, aber trotzdem schön.Oh, die Bugklappe öffnet sich schon, auf zum BatmobilWohnmobil.

Heute brauchen wir einen Campingplatz, der nicht nur noch geöffnet, sondern auch eine Waschmaschine zu bieten hat. Eigentlich bleibt uns nur das Sjøhaug Naturistsenter – ein FKK-Campingplatz. Als Ossi kein Problem und allzu nackig werden bei dem Wetter die Leute da auch nicht rumlaufen… Ausgestattet ist der Platz mit allem was wir brauchen und es gibt nicht nur einen Spielplatz, sondern auch jede Menge Spielzeug.

Als ich bezahlen will, passiert, was den ganzen Urlaub noch nicht passiert ist: die Kreditkarte versagt. Das Gerät will sie einfach nicht nehmen. Bargeld haben wir auch nicht mehr. Und jetzt? Auf dem Weg hierher war ein Joker, da ist eine Post drin, da gibt es Geld. Oder dann eben in Moss. Maria bleibt mit den Kindern hier auf dem Spielplatz – auch wenn es gerade anfängt zu nieseln – und ich kann etwas dynamischer Geld holen fahren.

Das mit der Post und dem Geldabheben geht natürlich erwartungsgemäß nicht. Man braucht nicht nur die Kreditkartenpin, sondern auch soetwas wie eine norwegische Sozialversicherungsnummer. Also ab hinein nach Moss. Mitten in der Innenstadt wird es wohl ein Einkaufszentrum und daher auch eine „Minibank“ geben. Stimmt, es klappt reibungslos und binnen einer guten halben Stunde stehe ich wieder auf dem Campingplatz.

Alina und Jannika haben eine gute Möglichkeit gefunden, dem Nieselregen auszuweichen: Es gibt eine kleine Spielhütte mit Tischchen und Küche.Auch sonst gibt es jede Menge Kinderbeschäftigung. Das finde ich vorbildlich in Norwegen – es wird nahezu immer an die Kinder gedacht.Während wir das Abendbrot und den Salat vorbereiten, dauert Jannika das alles deutlich zu lange. Sie klettert auf den Tisch, krallt sich eine Tomate und fängt an zu mampfen. Mahlzeit!Wohin es morgen geht, haben wir noch nicht weiter ausgekaspert – jedenfalls weiter Richtung Heimat.

151.135 km (5.254 km)

(swg)