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Geburtstagsgeschenke finde ich absolut stressig. Kommt direkt nach Weihnachten. Mein Problem ist, das ich gefühlt immer eine Idee haben soll, andere sich aber gerne einfacher aus der Affäre ziehen – mit einem Geldgeschenk zum Beispiel. Schenken aus dem Zwang eines Anlasses heraus halte ich für furchtbar. 1) Eine gute Idee für jemanden – anders hat’s keinen Sinn und man lässt es lieber.

Nun wird meine Mutter 60. Was schenke ich jemandem, der eigentlich alles hat? Meine Eltern wohnen in ihrem hübschen Häuschen, lieben und pflegen ihren Garten und mein Vater baut obendrein die Möbel selbst. Und jetzt? Mein Bruder hatte herausgefunden, dass sie sich eBikes kaufen wollen. Einen Gutschein (eigentlich sind Gutschein doof, aber in dem Falle…) für diverse Wochenendprobefahrten lag nahe. Leider waren meine Eltern schneller und nun stehen die elektrischen Drahtesel schon in der Garage…

Dann bleibt eigentlich nur die zweite Prämisse beim Schenken: 2) Selbstgemacht ist kaum zu toppen. Investierte Zeit und Mühe ist mehr wert als jeder Konsumartikel. Meist schenkt man dann auch gleich am sinnvollsten: 3) etwas, was der Beschenkte gern hätte, sich aber nicht kaufen würden (in dem Falle gar nicht könnten).

Pinterest ist eine super Ideen-Suchmaschine. Vor einer Weile sind wir da schon auf niedliche Gartenideen gestoßen.

Damit war der nächste Baumarkt-Besuch beschlossen. Sukulenten, Gras, ‘ne Konifere und zerdepperbare Tongefäße.

Einen Topf zerdeppern kann jeder, aber den gekonnt zu zerdeppern, wie wir den hier brauchen, da muss man schon mit Werkzeug und Fähigkeit ran. Kunst kommt von Können. Der große Moment, ich schwinge vorsichtig den Hammer, der Topf reißt. Überall, nur nicht an der vorgeritzten Linie… Aber er ist nicht völlig verkehrt gerissen, ich muss nur ein paar Scherben wieder einkleben. In meiner Bastelkiste finde ich auch noch eine nicht eingetrocknete Tube Kleber dafür.

Außerdem habe ich die große Scherbe für die Terrasse mit Gips eingeklebt.Nach einer Nacht Trocknungspause kann bepflanzt werden.Das fast fertige Werk sieht dann so aus.Das Lichtelhäuschen kommt irgendwann nächste Woche, da kann ich ja nochmal ein Bild nachreichen.

(swg)

Weil ich die beiden Futterhäuser aus Milchkartons gerade hier hab – nachfüllen ist angesagt – kann ich ja kurz zeigen, wie’s geht:

Kurz überm Boden werden zwei Löcher gebohrt, für den Landeplatz. Die gegenüberliegenden Ecken schneidet ihr kurz darüber mit einem scharfen Sägemesser ein und klappt sie nach innen.Die Zeit fürs Dach aus einem zweiten Milchkarton solltet ihr Euch nehmen, sonst regnet’s unten aufs Futter und steht dann voll Wasser.Macht das Loch für den Deckel schön knapp, dann wird das Dach gut festgehalten. Noch einen Draht oben durchstechen – fertig.

Ich verfütter gerade jede Woche knapp ein Kilo Streufutter im Hof. Das zweite Futterhaus hatte ich ja in einen Baum gehängt. Offenbar macht der Standort viel aus – im Gegensatz zum ersten im Gesträuch verschwand eher wenig Futter. Letzte Woche hab ich es auch in ein dichtes Gesträuch gehängt, und siehe da: nach einer Woche ist es leer, wie das andere auch.

(swg)

Irgendwann im späten Herbst hatten wir beim Versandhaus mit der Kaffeerösterei bestellt, was man in der schmuddeligen Jahreszeit so braucht. Neben Matschhosen, Jacken und Mützen war natürlich etwas mehr in den Warenkorb geschlüpft: eine Blätterpresse. Nach kurzer Begutachtung ging das Teil zurück – zwar sehr hübsch, aber mit 18 cm Kantenlänge einfach zu klein.

Im Prinzip ist das kein kompliziertes Ding, wenn man es selbst baut. Und dann hat es auch gleich die richtige Größe:

  • 2x Sperrholz Buche 31×31 cm & 6 mm stark,
  • 4 Schlossschrauben M6x80,
  • 4 Karosseriescheiben,
  • 4 Schraubknöpfe,
  • Wellpappe & Löschpapier und
  • das gewisse Etwas.

Letzters hab ich mir im Fontanum dazufügen lassen: Dort haben sie die Möglichkeit mit Laser zu gravieren.Die Laser-Vorlagen hab ich mit Inkscape aus im Internet gefundenen Bildern erstellt.

Eigentlich braucht das Fontanum Corel Draw-Dateien, aber SVG bekommen sie auch importiert.Aus den Knöpfen kann man die Deckel einfach rausdrücken. Mit einem 7,5 mm-Bohrer hab ich die “gelocht”.

Insgesamt sind 5 Blätterpressen entstanden – da hat es sich gelohnt einen Anschlag für die Ständerbohrmaschine zu sägen. Damit landen die Löcher so in den Ecken der Bretter, das alle untereinander passen. Die Schlossschrauben stecken nach dem Zusammenschrauben von selbst fest im jeweils unteren Brett. Damit das Sperrholz nicht zu schnell unansehnlich wird, hab ich es mit Arbeitsplattenöl behandelt.

Fertig gebaut und gelasert hatte ich alles erst im Dezember, auch weil das Fontanum ein volles Auftragsbuch hatte. Aber auch im Frühling gibt es viel zu pflücken und zu sammeln, das man pressen kann.

Zwei der Blätterpressen hab ich Alina mit in ihre Kita-Gruppe gegeben. Die Freude war groß :) Wenn Janni von der Krippe in den Kindergarten wechselt, bekommt sie auch zwei für ihre Gruppe.

(swg)

Es ist hundekalt geworden – zehn Grad unter null und drunter. Bisher werden die alten Futterhäuser, die bei uns an ein paar Bäumen hängen, von den Vögeln nicht so recht angenommen. Das vorn an der Straße blieb gänzlich unberührt. Und auch nachdem ich es in den Hof gehängt hatte, blieb das Futter lange drin liegen. Wirklich gut anfliegen konnte die Vögel es auch nicht. Aber das, was ich aus zwei Milchkartons gebastelt hab, das ist sehr schnell leer! Ich hab’s direkt in ein großes Gesträuch im Hof gehängt – ein halbes Kilo Streufutter werd ich da in der Woche los. Deswegen hab ich jetzt noch ein zweites gebastelt und in den Hof gehängt.Im Baum ist es etwas besser sichtbar, als das andere. Mal gucken, ob das Haus selbst oder der Standort die Attraktivität ausmachen. Drei Meisenringe hab ich noch verteilt, ma’ gucken.

(swg)

PS: Ich wollte vom Balkon sehen, ob eventuell die ersten Piepmätze kommen. Alina wollte mit. Über eine halbe Stunde lang hat sie in der Eiseskälte runter geguckt – einfach nur Vögel beobachten – und das mit erstaunlicher Ausdauer.