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Kürzer

18. September 2011

Ohje, das wird nichts. Alex hat Otto gerade den Schwanz gekürzt. Der sitzt jetzt nur noch ängstlich in den Röhren. Bis Alex kommt: dann kloppen sie sich. Keine Unterwürfigkeitsgeste von Otto hilft, Alex bleibt agressiv.

Jetzt sind erstmal Staudi und Otto zusammen unten im Käfig und Paul und Alex oben. Das Röhrensystem haben wir oben dicht gemacht. Mist. Armer Otto. Immerhin blutet es schon nicht mehr.

(Maria, swg)

Fight Club

18. September 2011

Das sieht nicht gut aus. Böse Mäusis! Vor allem: Böser Alex!! Er verkloppt Otto, jagt ihn, lässt sich nicth beschwichtigen. Hoffentlich beruhigt Alex sich, sonst müssen wir die vier trennen.

Alex schleicht sich in den Röhren immer von hinten an Ott ran und schubbst treibt Otto vor sich her. Der dicke Kerl kann sich da auch schlecht umdrehen und so nur flüchten. Einmal draußen, geht er dann zu Gegnattacke über. Da zieht dan Alex den Kürzeren.

Sowas steht oft dabei, dass in größeren Gruppen aus heiterem Himmel Streit ausbrechen kann. Scheint hier zu passieren.
(Maria, swg)

müder Sonntag

4. September 2011

Und? Heute? Maria will ins Bett: Jetlag wegen Denver. Nüscht gibb’s! Wir entschließen uns, über den Töpfermarkt am Goldenen Reiter zu dödeln. Frank und Maria (sic!) kommen auch mit.

Danach wird gepflegt abgehangen, im Elbsegler.
Elbsegler
Elbsegler
Gibt ja reichlich aus dem Abruzzen-Urlaub zu erzählen. Vor allem vom Eselwandern.

(Maria, swg)

Trampeltierchen

31. August 2011

Während ich hier den Urlaub niederschreibe, hab ich die Mäuse mal wieder frei laufen lassen. Angeblich sind die ja nicht so zutraulich und man muss sehr vorsichtig sein und die lassen sich nicht anfassen, blabla. Alles Quatsch. Die lassen sich anpacken & kitzeln und trampeln fröhlich über mich und mein Netbook drüber. Glücklicher Weise sind alle leicht genug, um keine Tasten zu drücken, bis auf ^e23rfgtm,k.l- Otto.

Niemals hätte ich damit gerechnet, dass der Aufwand, alle unsere Erlebnisse nachträglich hier ins Blog zu schreiben, sooo groß sein würde. Ich habe seit unserer Rückkehr nahezu jeden Abend am Rechner gesessen: Bilder ausgesucht, Texte korrigiert und umformuliert, nochmal Bilder gesucht usw. Die letzten Artikel sind jetzt endlich fertig geschrieben. Das Fotobuch vom Urlaub ist gerade so angefangen. Glücklicher Weise habe ich nun die Texte komplett und muss mich “nur” noch mit dem Layout rumschlagen.

(swg)

farbiges

28. August 2011

Eigentlich ist der Rahmen des Habicht und auch das hintere Schutzblech längst lackiert. Im Prinzip war abholbereit beim Pulverbeschichter. Wär’ aber geil gewesen, wenn es nicht hellgrau gewesen wäre, sondern gelbgrau, wie abgesprochen :( *mäh*
(swg)

Florenz

19. August 2011

Ganz durchbrettern bis zum Tegernsee geht natürlich nicht. In Florenz fahren wir ab und parken am Ufer des Arno.

Unsere Postkarten sollen noch mit italienischem Stempel die Reise antreten. Außerdem müssen wir irgendwie die Scharte aus Rom auswetzen und ein ordentliches Eis essen. Im Souvenierladen gleich hier an der Straße fragen wir: Mit einer sehr guten Beschreibung, wo bei der Basilika Santa Croce wir den einzigen, noch offenen Tabacchi finden, laufen wir los. (Erstaunlich, wie gut die Italiener Englisch sprechen, quer durch alle Altersgruppen!)

Klappt! Cool, wir haben Briefmarken und kleben wie die Weltmeister. Und ab dafür.



In einer Seitenstraße finden wir eine kleine Gelateria und bekommen noch ein richtig! gutes! Eis! Ende gut alles gut. Auf nach Tegernsee. Irgendwann 1:00 Uhr nachts sollten wir dort ankommen. Frank Schätzings Der Schwarm wird uns bis dahin wach halten.

(Maria, swg)

Rom II

19. August 2011

Unser Beschluss steht fest, wir werden heute abfahren. Dann brauchen wir nicht hetzen und haben zusätzlich den ganzen Sonntag Zeit, auszupacken, wegzuräumen, abzugammeln… Noch ein letztes Zeltplatzfrühstück, dann kehren wir die Ameisen vom Zelt und brechen unser Lager in Ostia ab.

Wird eh Zeit, die Natur greift nach unserem Auto.

Bevor wir uns gen Heimat aufmachen, gucken wir aber noch in die Engelsburg. Eigentlich wollten wir mit der Metro hinfahren. Zu oft sind wir gewarnt worden, dass in Rom Touristenautos aufgebrochen würden. Nachdem wir eine halbe Stunde vergeblich den bewachten Parkplatz an der Station Piramide gesucht haben, parken wir direkt am Tiber bei der Engelsburg. Kostete auch nur ‘nen Fuffzscher die Stunde.

Ein bisschen enttäuscht uns die Ausstellung in der Engelsburg, wirkt eklektisch, irgendwie. Als ob der Papst überstürzt ausgezogen wäre. Dabei war die Engelsburg seine Zufluch. Sogar eine Mauer mit Gang führt bis hinüber zum Petersdom, um eine schnelle Flucht in die Trutz zu ermöglichen.

Aber einen Blick von oben kann man noch auf Rom werfen

und auf den Engel auf dem Dach.

Apropos Flucht, die treten wir jetzt an – Rom ist uns über. Wir haben uns nach unserem Museumsbesuch bescheißen lassen: Ein schönes letztes Eis wollten wir in Italien noch essen. Für je drei lächerliche Kugeln haben wir zusammen 20,- € hingelegt – hätten wir mal besser in die Karte geguckt. Dazu war es das mieseste Eis, das wir in ganz Italien gegessen haben. Wer’s nachmachen will, setzt sich auf der Piazza Navona ins Tre Scalini :|

Briefmarken wollten wir noch haben, für unsere Postkarten – müssen ja endlich mal abgeschickt werden. Aber die Siesta ist noch nicht zuende und die Post mithin geschlossen. Offene Tabacchi finden wir auch nicht. 24h-Service heißt, das draußen ein Zigarettenautomat dran hängt. Die meisten sind aber einfach nur aufgegeben… doof.

Machen wir uns davon. Das Auto steht unversehrt am Tiber. Schnellstmöglich fahren wir zur Autobahn. Das ist etwas, was in Rom gut und vor allem zügig geht. Richtung Florenz ist richtig. Ciao Bella.

(Maria, swg)

Vatikan

18. August 2011

Was Mutti kann, das Vatikan. Ok, der ist flach, musste aber gemacht werden, sonst platzt hier ein Kopf. Bevor wir mal wieder Italien verlassen, wollen wir etwas römische Atmosphäre schnuppern.

Die Metro bringt uns bis Spagne. Hier können wir einen Fuß auf die römische Treppe setzen. Nicht ganz: Vorher müssen wir die wirklich penetranten und nervtötenden Rosenverkäufer unter Androhung von ernsthaften Schlägen loswerden: Ein einfaches „No“ reicht hier wirklich nicht. Die versuchen einem ihr Grünzeug in die Hand zu zwingen. Danach gibt’s fast kein Zurück, die nehmen ihre Rose einfach nicht wieder in die Hand. Ein beherztes & lautes „Go Away!!1!“ verschafft uns 10 min Ruhe, das haben nämlich auch die anderen mitgekriegt, und in den Brunnen will dann doch keiner geschubbst werden… ;)

Wie wir aus dem Reiseführer lernen, heißt die Spanische Treppe Spanische Treppe weil hier die Spanische Botschaft steht. Von oben bietet sich schon ein guter Panoramablick über Rom.

Nichts als Häuser bis zum Horizont. Den Blick etwas nach unten kann man die teuerste Einkaufsmeile Italiens sehen: die Via Condotti. Gucci, Prade, Louis Vuitton…

Das nötige „Kleingeld“ sollte man hier schon parat haben – oder eine gut belastbare Kreditkarte.
Wir lustwandeln die Via dei Condotti hinunter. Wenn sie als Via della Fontanella di Borghese fortführt, wird es deutlich ruhiger, die Geschäfte auch geldbeutelfreundlicher.

Eine Coke aus dem kleinen Supermarkt, noch eine Flasche Wein, dann gehen wir unserem nächsten Ziel, der Engelsburg entgegen. Wir biegen etwas eher an der Piazza Nicosia zum Tiber ab.

Von hier kann man schon die Engelsbrücke und die Engelsburg sehen.


Da unser Roma Pass noch ein freies Museum bietet, beschließen wir, dass ihre Ausstellungen einen guten Abschluss für unseren Rombesuch darstellen. Da gehen wir also lieber morgen hin – heute habe wir da keine Lust drauf. Mit verschmitzter Freude entdecken wir neben der elend langen Warteschlange am Eingang ein einsames, leeres Drehkreuz mit der Aufschrift Roma Pass! Wir dürfen also auch morgen an den Wartenden vorbei flanieren.

Nun denn: Vatikan, Petersdom.

Es ist nicht wirklich voll. Allerdings täuscht uns wohl auch die Dimension des Petersplatzes: Vor den monumentalen Bauten gehen die Menschen unter.

Nach Taschenkontrolle per Röntgen und Metalldetektor dürfen wir weiter zum Petersdom vor. Die Schweizer Garde wacht.

Wir wollen auch hier wieder einen Audio-Guide. Der Unterschied zur Führung beträgt nur zwei Euro (15,-€ statt 13,-€), also nehmen wir die Führung. Das lohnt sich schon deshalb, weil man Fragen gleich los werden kann.

Der erste Eindruck des Petersdoms von innen ist überwältigend. Er ist einfach nur gigantisch groß und unfassbar reichhaltig augeschmückt. Fresken und Stuck, wohin man blickt.

In der 80 m hohen Halle sehen die Menschen winzig aus. Wohin man blickt, teuerster Marmor & Gold überall.

Jede Statue ist wenigstens 5 m hoch. Die Buchstaben der umlaufenden Inschrift messen zwei Meter Höhe! Das Auge verliert hier drinnen einfach jeglichen Bezug.

Aus welchen gigantischen Blöcken Marmors die einzelnen Monumente (alle aus einem Stück!) gehauen worden sind, ist kaum fassbar.

Die Fresken sind nicht die Originale – diese befinden sich im Vatikan-Museum – sie sind ersetzt durch Nachbildungen in Mosaik.

Nach so überwältigender Kunst wollen wir einen Blick von oben auf Rom werfen. In der Ferne lässt sich das Auge sicher etwas entspannen. Unsere letzten 10,-€ – Bargeld schon wieder alle – gewähren uns den Aufstieg zur Laterne auf dem Dom. Wir nehmen die Treppe, so alt sind wir nicht und das Geld für den Aufzug haben wir ja auch nicht ;). Die stickige Luft, die uns aus dem sich oben gerade öffnenden Fahrstuhl entgegenschlägt, bekräftigt uns in unserer unfreiwilligen Entscheidung: Alle Passagiere steigen mindestens so verschwitzt aus, wie wir auch vom Treppenaufgang kommen.

Wir können nun noch einmal selbst aus dem inneren der Kuppel einen Blick hinunter in den Dom werfen. Seine Dimensionen bleiben unfassbar.

Über nun viel schmalere Treppen steigen wir weiter hinauf. Es wird klaustrophobisch eng und es stockt.

Über eine letzte, sich eng windende Wendeltreppe gelangen wir endlich wieder ins Freie. Zu viele Besucher sind aber noch hier oben.



Mehr als ein paar kurze Blicke haben wir nicht, bevor wir uns in die Schlange zum Abstieg einreihen.

Einen Blick in die Papstgrotte werfen wir noch. Von andächtiger Stille auch hier unten keine Spur. Unter viel *sccccchhhhhht!!!1!* der Security steigen wir wieder nach oben.

Für heute haben wir genug. Auf dem Weg zur Metrostation Ostaviano decken wir uns in einem Supermarkt mit Prosciutto, Tomaten und Mozzarella ein – unser Abendbrot ist gesichert.

(Maria, swg) target=

Rom

17. August 2011

Viiieeeel Zeit haben wir uns mit dem Aufstehen gelassen. Ob der Hitze bereuen wir das direkt etwas. Hier unten an der Küste ist es wärmer und sehr viel schwüler, als oben in den Bergen. Wenige hundert Höhenmeter machen den Unterschied. Nun denn, wir wollten Rom sehen und das Forum Romanum, das Colosseum sowieso. Am Zeltplatz kaufen wir uns den Roma Pass. Mit dem dürfen wir für drei Tage zwei Museen kostenlos und weitere verbilligt betreten, außerdem ist der gesamte Öffentliche Nahverkehr frei. 25,-€ kostet der Spaß und ist, wie wir später noch sehen werden, auch aus anderen Gründen unbedingt zu empfehlen.

Unser freundlicher Zeltplatz hat einen Netzplan von Roms Öffentlichem Nahverkehr. Erst bringt uns ein Bus zur Metrostation und von da fahren wir klimatisiert hinein in die Ewige Stadt. Immerhin eine Stunde brauchen wir dafür.

Letztendlich kotzt uns die Metrostation „Colosseum“ der Linie B zusammen mit hunderten anderen Touristen direkt an selbigem aus. Rom ist laut, Rom ist voll, und es ist erstickend heiß.

Kurz inspizieren wir die Schlangen rund ums Colosseum

und beschließen etwas demotiviert das Forum Romanum zu besuchen. Auch hier sind die Schlangen recht lang. Unser Roma Pass hat uns aber erzählt, dass es für uns einen Extraeingang gibt. Tatsächlich! Mit einem freundlichen Lächeln dürfen wir an der ganzen, in der gnadenlosen Sonne bratenden, Schlange vorbeiwandern, direkt bis zum Drehkreuz. Gutes Gefühl. Wir vergessen erstmal den Wegeplan mitzunehmen. Nase zu hoch…

Es. ist. Groß.






Die Geschichte um Nero ist gut aufgearbeitet, aber man braucht Ausdauer beim Lesen und Gucken. Wir haben an den sieben Stationen in über drei Stunden lange nicht alles ausgiebig gelesen. Oll’ Nero und Konsorten haben ganz schön was gebaut, vor 2000 Jahren. Es ist aber wirklich keine Empfehlung, dort in den Mittagsstunden zu wandeln. Oder man geht schön laaangsam. ;)

Wir sind total breit und brauchen jetzt unbedingt etwas zu Essen. Die vielen mobilen Stände rund ums Colosseum sagen uns überhaupt nicht zu. Was will ich mit einem Hot Dog?! Ich bin in Italien!

Wir finden ein „Cafe“ direkt über der Metrostation. Das Angebot an Panini und Piadine sieht verlockend aus. Da wir ohne Umschweife gefragt werden, ob wir uns setzen wollen, lassen wir uns platzieren. Zur Erfrischung muss dann doch erstmal eine Coke herhalten.

Zu uns wird ein Pärchen gesetzt – Amis, so bemerken wir recht schnell. Er blass-wohlstandsbauchig, sie mit einem Flunsch, als wär die Welt gegen Sie, dazu im Kontrast ein schrilles, gepresstes Lachen. Wir kommen recht schnell in ein nettes Gespräch, woher, wie lange schon hier usw. Nach Venedig solls dann weiter gehen.

Sie bestellen ganz selbstverständlich auf englisch, nicht ein versuchtes Wort italienisch. Er macht einen typischen Anfängerfehler: Karte nicht genau gelesen. Seine Cola entpuppt sich als gefrohenes zusätzlich gesüßtes Kindergetränk. Den kleinen italienischen Jungen am Nachbartisch amüsiert’s sichtlich. Die Karte ist übrigens Italienisch und Englisch…

Aber neulich hätte er ja – so erzählt sie halb empört – eine Coke geordert: Bei Mc Donalds, in the USA you know, ist es ja üblich, dass man ‘nen Becher for one bug bekommt, den man einfach nachfüllen kann. Aber seine 0.33 kamen auf 2.50€, was ja 3,70$ sind…!!! Nach ein bisschen mosern, dass der Kellner so lange braucht, sind wir mit dem Essen und Bezahlen durch. Freundlich verabschieden wir uns.

Amis halt. Glauben überall auf der Welt in ihrer Sprache einfach lossabbeln zu können – was erstaunlich oft auch klappt – erwarten sogar, dass man sie versteht. Aber auf nicht eine Gepflogenheit ihres Gastgebers wollen sie eingehen – geschweige denn, dass sie nur ein paar Brocken Italienisch versuchen, sei es nur aus Höflichkeit.

Wir suchen jetzt erstmal nach dem Sondereingang für Roma Pass-Inhaber ins Colosseum. Auch hier ist uns der Vorbeimarsch erlaubt. Diesmal nehmen wir den AudioGuide. Ein unglaubliches Bauwerk.



Die Schlangen draußen waren nicht mehr ganz so lang, trotzdem wälzen sich ziemliche Menschenmassen durchs Colosseum. Aber man muss es einfach gesehen haben.

Auf unserem Rückweg suchen wir einen Supermarkt, finden sogar überraschend schnell einen. Wir decken uns mit Wasser, Weißbrot, Mozzarella, Tomaten, einer Flasche Olivenöl und Gewürzen ein. Das wird ein Festmahl auf dem Zeltplatz. Eine Flasche Montepulciano d’Abruzzo bringt uns in den Diefschlaaf. Landstraße und Strand-Disse sind sowas von egal…

(Maria, swg)

Tivoli & Ostia

17. August 2011

Die Landschaft ist immer noch hinreißend und die Autobahn kurvt abwechslungsreich durch die Berge.


Tivoli ist arm, das sieht man auch. Aber man versucht es sich schön zu machen.

Hätten wir uns trotzdem sparen können. Für die Villa d’Este 18,- € Eintritt zu bezahlen, finden wir etwas fett. Den Zeltplatz konnten wir auch nicht ausfindig machen. Also fahren wir weiter, immer weiter.

Wir entscheiden, dass wir nochmal Meer sehen wollen und fahren durch bis Ostia. Da zeigt das Navi auch einen Zeltplatz an.

Ostia ist die römische Touristensardinen-Braterei. Auf dem Camping Internazionale di Castelfusano werden wir aufgenommen. Der liegt zwischen der Strandstraße und der Landstraße. Ein ganz okeyer Platz eigentlich, wenn man damit einverstanden ist, das Klopapier selbst mitzubringen. Immerhin kosten die Duschen, wie überall auf den italienischen Zeltplätzen, nichts. Sehr schön ist, dass man seinen Elektrokram kostenlos in der Rezeption laden kann: Schließfächer mit Steckdosen. Hinterm Zeltplatz, auf der Landstraße, ist eine Bushaltestelle. Den Bus können wir mit dem Roma Pass nutzen, letzteren gibt’s gleich hier auf dem Zeltplatz zu kaufen.

2:30am
Unter dem Eindruck von Tivoli sind wir hier in Ostia gelandet. Ostia selbst sieht aus, wie eine einzige 80er-Jahre Bausünde, könnte auch im Ostblock errichtet worden sein. Aber hier werden solche 4-5 geschossigen Wohnblocks noch immer gebaut. Der Zeltplatz ist relativ ok. An den zugehörigen Strand (80-Meter-Abschnitt mit Liegen und Schirmen in Reih und Glied) wollen wir nicht nochmal, die Amalfiküste stinkt außerdem zur Zeit zum Gotterbarmen nach Algen und Fisch. Abstoßend. Warum ist man hier? Wieso tun sich Menschen einen solchen Grill als Urlaub an? Jetzt, mitten in der Nacht, wiegt uns das Meeresrauschen in den Schlaf lässt uns das Verkehrsgetöse der Landstraße kein Auge zutun. Alle halbe Stunde ballert der Bus dort geräuschvoll von der Haltestelle los. Dazu stampft von der anderen Seite her, vom Strand, eine Disse ihren monotonen Beat über 70er- und 80er-Jahre-Hits. Nachts halb zwölf stellen sich wildfremde Menschen mit einem Laptop neben unser Zelt – der WLAN-Empfang ist hier besser – und beginnen, ihre Verwandschaft per Skype anzuschreien. Normale Idioten setzen sich zum Telefonieren mit ihrem Handy in ein Restaurant – muss Evolution sein. Es ist hier laut und hässlich. Kaum irgendwo sonst bekommt man stellvertretend für die Menschheit so sehr das Gefühl vermittelt, nicht nur der Pickel am Arsch, sondern die entzündete Akne auf dem Antlitz der Welt zu sein. *bäh* Wahrscheinlich ist der “Kulturschock” nach den einsamen Abruzzen einfach ein bisschen heftig.

(Maria, swg)

Sulmona

16. August 2011

vom Lago di Campotosto nach Sulmona
Wir verabschieden uns noch nicht ganz von den Abruzzen – es ist einfach zu schön hier. Aber den Lago di Campotosto müssen wir leider hinter uns lassen. Zum Abschied fahren wir noch über die Brücke, die den See quert.

Hier ist ein wahres Paradies für Motorradfahrer und Rennradler. Beide begegnen uns häufig genug. Besonders die 50 km rund um den Lago di Campotosto dürften es den Radlern angetan haben. Zu Tode strampelt man sich hier auch nicht, wie man denken könnte: Obwohl es mit 35°C ziemlich heiß ist, ist das Klima alles andere als unangenehm, schwitzen hilft hier sehr gut, die Luft ist extrem trocken. Auch dauert es selbst im August noch bis ca. 11 Uhr um das Termometer 30° erreichen zu lassen. Wir fahren noch eine Weile über die herrlich kurvigen Bergstaßen. Unser nächstes Ziel ist Sulmona.

Sulmona ist eine richtig nette Kleinstadt, aber keine der verschlafenen Sorte. Ovids Geburtsort lebt. Es ist offenbar immer, mehr oder weniger, Markt und genügend Händler und Touristen beleben die Straßen selbst zur Mittagszeit.
Auf dem Marktplatz versorgen wir uns mit einem leichten Mittagessen, kaufen etwas Obst. Unterm alten Aquädukt ist ein guter, schattiger Platz mit tollem Blick über die Piazza Giuseppe Garibaldi.


Den Corso Ovidio hinunter stehen endlos Straßenhändler, darunter auch ein paar, die lokale Köstlichkeiten verkaufen.


Leider können wir die nicht Mitnehmen.

Haha, Witz komm raus

Aber Sulmona ist noch für seine Zuckermandeln bekannt, arrangiert zu Sonnenblumen.

Kleine und große bunte Köstlichkeiten.

Ein paar kleine nehmen wir mit.

Und wir essen das wohl beste Eis unseres Italienurlaubs. Fünf Euro die Riesen-Tüte mit Kugeln groß wie Tennisbälle. Und es schmeckt unheimlich gut. Abendessen können wir streichen ;)

Wir laufen weiter den Corso runter

und werfen noch einen Blick in die Kirche Santa Annunziata.


Schade, aber uns geht die Zeit aus, wir müssen heute noch irgendwie nah an Rom heran und auch noch einen Zeltplatz finden.

(Maria, swg)

Abendessen am Lago di Campotosto

15. August 2011

Wir sitzen im Zeltplatzrestaurant, ich klimper auf dem Netbook rum und Maria liest im Reiseführer. Stefano, einer der Angestellten, sieht mich dasitzen. Ob ich Internet bräuchte? Hier gibt’s nämlich Wifi! sagt er nicht ohne etwas Stolz. Er verrät mir das Passwort. Bei Linux ist vieles simpel, aber deswegen nicht gleich einfach und der Vorführeffekt sagt und kichert frech von unterm Tisch. Ich brauche eine Weile, bis ich drauf komme, dass in die wpa_supplicant.conf bei proto=WPA2 stehen muss. Online! In Deutschland regnets. Schon die ganze Zeit. Soll auch nicht aufhören. Arme Kollegen.

Ich bastel schnell die Abruzzo-Seite hier ins Blog, nur um die Daheimgebliebenen neidisch zu machen ;)
Für unseren Rom-Besuch recherchieren wir im Netz und entdecken den Roma Pass, der wird unseren Tripp um ein paar Sorgen erleichtern.

Der Blick über den See im Sonnenuntergang ist hinreißend.

Es ist soweit, das Abendessen soll beginnen, hinten im Restaurant werden wir platziert. So einfach die Holzhütte von außen aussieht und innen eingerichtet ist: Die Küche ist großartig. Der Ofen ist hier im Raum integriert.

Der Meister am Ofen ist Stefano. Er kommt immer wieder vorbei, erkundigt sich, ob es schmeckt. Welches Wort wir heute schon auf italienisch gelernt hätten? Noch keines, na dann jetzt: welches soll es sein? „Danke, Ich habe genug“ entscheiden wir. Al finito, was anderes wär zu kompliziert. „Pecora“ heißt Schaf, sind’s schon zwei Worte, heute.

Heute Abend ist die Abfolge so: Brot geröstet in Olivenöl überbacken mit Schinken und Käse, dazu Prosciutto, Parmigiano. Bohnen. Pasta: Farfalle mit Basilikumpesto und getrockneten Pilzen. Gekoches Lammfleisch mit Knochen. Lamm und Kalb vom Grill. Dolce lehnen wir dankend ab.

Wir werden jeder 5 kg mehr auf den Hüften mitbringen…

Draußen erleuchtet der Mond den See.

(Maria, swg)

Lago di Campotosto

15. August 2011

Heute Nacht wollen wir wieder campen, unsere abendlichen Gelage haben ziemlich ins Kontor geschlagen. Einen Zeltplatz haben wir am Lago di Campotosto ausfindig gemacht. uns ist bange, wegen des Feiertages, nicht dass da alles voll ist.

Lago di Campotosto ist Stausee, die Mauern wurden in den 1930er Jahren errichtet und das ehemalige Torfmoor geflutet. An einer der drei Staumauern ist ein Wasserkraftwerk errichtet.

Wir nähern uns von der S.S.80 der Diga di Sella Pedicante und fahren dann links um den See herum.

Unglaublich viele Italiener campen hier wild. Wo die Autos können, parken sie den Straßenrand nahezu lückenlos zu. Liegt am Feiertag.

Fast verpassen wir unsere Auffahrt zum Zeltplatz Agricampeggio “Cardito”. Wir sind etwas enttäuscht, denn die Straße geht vom See weg. Oben stehen wir erst etwas unschlüssig in der Bar des Zeltplatzes. Die zwei Italienerinnen vor uns kleben an der Theke und smalltalken ununterbrochen und ungestört. Endlich bekommen sie ihren Caffe und schwirren ab.

Es geht ganz einfach, auf englisch: Wir sollen uns einen Platz suchen, aufbauen und halb/um fünf uns hier anmelden kommen.

Wir suchen nicht lang, vorn an der Kante finden wir eine schöne Stelle mit Panoramablick. Der Campingplatz ist großartig.

Bei einem Cappuccino erledigen wir die Anmeldung. Wir entdecken, dass hier nicht nur eine Bar untergebracht ist, sondern ein ganzes Restaurant. Dann ist das Abendessen doch gesichert – Einkaufen haben wir nämlich völlig vergessen.

Aber jetzt schnappen wir uns erstmal die Badeklamotten und laufen ans Seeufer runter. Unten feiern Grüppchen Italiener mal lauter mal leiser. Irgendjemand spielt eine Melodie, die anderen singen mehr oder weniger textsicher mit.

Wir finden ein Fleckchen am sehr steinigen Strand. Mit viel ah, uh, au & autsch wanke ich ins Wasser. Herrlich! Maria hat’s mit ihren Teva-Sandalen leichter.


Über die Brücke da drüben fahren wir morgen zurück. Was man von hier nicht sieht: Der See hat dahinter links noch einen großen Arm.

Der Wind frischt auf und die Wellen werden größer. Maria fröstelts. Gehen wir zurück. So schön, wie man oben im Zeltplatzrestaurant sitzt, wird das Aufschreiben noch mal so leicht fallen.

Den Vorsatz, etwas sparsamer zu sein, wird das Restaurant sicher wieder zur Makulatur werden lassen…

(Maria, swg)