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Es ist ein herrlicher und warmer Frühlingstag – ganz wie vorhergesagt. Maria hat ihre Geburtstagswanderung heute geplant, den Lilienstein wollen wir erklimmen. Omas und Opas kommen mit, mein Bruder hat sich krankheitsbedingt ausgeklinkt.

Für den Fall, das Jannika schwächelt, haben wir die Manduca mit. Und Obst. Und Muffins. Und Wasserflaschen. Und Wechselsachen. Und noch Jacken. Irrsinn.

Omas und Opas kommen zu uns und lassen die Autos stehen. Straßen- und S-Bahn bringen uns nach Königstein. Viele andere haben das schöne Wetter auch entdeckt, so genießen wir unseren Ausflug in vollen Zügen – mit Stehplatzgarantie.

Nachdem uns der Fährmann über die Elbe gesetzt hat, wenden wir uns Flussaufwärts. Wir wollen den Nordaufstieg auf den Lilienstein nehmen. Der Wanderführer hat verkündet, das sei angenehmer. Bei praller Sonne stimmt das wahrscheinlich, so heiß ist es nun aber auch nicht. Doch wir vertrauen Herrn Bellmann und Frau Müller.

Quer durch den Wald über leicht verwilderte Wege geht es bergan. Wir scheinen die ersten Wanderer diese Jahr auf dieser Route zu sein.Ab und an hilft uns die cgeo-App vom Geocachen und deren OpenStreetMaps-Offline-Karten sicher zu sein, wo wir gerade sind.

Die einen sind langsamerdie anderen schneller.“Trinkpause!” und ich verteil die ersten Muffins. Muss man ja nicht alles die ganze Zeit alleine schleppen. Die Kamera findet auch die ersten Ausblicke ins weite Land.Die Kinder sind meist vorn mit dabei: “Wo bleibt denn Opa?!”Der Weg bietet immer mal wieder kleine Klettereinlagen über umgefallene Bäume. Gerade wenn wir wieder in den Norden Europas wollen, soll das Wanderprogramm deutlich ausgeweitet werden. Gezügelt hatten wir uns 2016 um unserer selbst willen. Schließlich musste ich Jannika mit ihrem einen Jahr da noch die meiste Zeit schleppen. Schon bei unserer Briksdalsbreen-Wanderung und der diametral gegensätzlichen Preikestolen-Wanderung hatten wir festgestellt, dass man Alina mit dem Weg besser nicht unterfordert. Je mehr es zu klettern und zu sammeln gibt, desto weniger wird genölt. Beruhigend zu sehen, dass die Motivation so einfach ist und Jannika, wie Alina, einfach nur gern kraxelt. Und es gibt dazu noch genug zum Aufsammeln: “Karotte!”Endspurt auf die Felsen: die letzten Treppen müssen noch gemeistert werden.Wir erreichen pünktlich 12:30 Uhr unseren bestellten Tisch vor der Felsbaude Lilienstein. Zwischendurch war ich nicht so sicher, ob wir zu früh da sein könnten. Die geschätzten 2½ h für den Aufstieg haben genau gestimmt.

Die Preise sind etwas gehoben auf dem Tafelberg, aber eigentlich recht ok. Meine Spätzlepfanne mit Grillgemüse ist jedenfalls sehr lecker, und die Kartoffelpuffer und das Gulasch und der Lachs. Es dauert alles ein wenig, der Andrang ist groß. Aber was sollte man auch besseres vorhaben, als mit einem kühlen blonden in der Sonne zu sitzen?

Naja, irgendwann muss man doch wieder aufstehen. Vor dem Abstieg gucken wir nochmal von allen Seiten des Tafelbergs runter. Richtung Königsteinund elbaufwärts.Das da unten vor der Elbbiegung ist übrigens kein Industrie- oder Bahngelände. Nee nee, das ist das Elbefreizeitland – war spaßig für die Kinder.Was man auf jeden Fall bekraxelt haben muss, ist natürlich die Nordwestspitze des Liliensteins.Der Blick von der ersten Brücke lässt es schon ein wenig kribbeln. Wer nicht gern durch seinen Fußweg in die Tiefe guckt, geht hier lieber nicht drüber.Einige Aussichten sind nur märchenhaft, beste Fantasy-Kulisse.So herrlich es ist, der Abstieg muss irgendwann sein. Wir haben uns für die Südseite entschieden. Nach wenigen Treppen ist uns klar: Hier hätten wir auf keinen Fall raufsteigen wollen! Stufe nach Stufe nach Stufe nach Stufe. Das ist runter auch kein Spaß – wenigstens nicht für ältere KnieAlle sind schließlich froh an der Bank am Fuß des Südaufstiegs versammelt.

Ein Blick zurück, von da oben kommen wir.Und wie es aussieht, könnte man direkt zur Festung Königstein rüberlaufen, oder?Alina will sofort. Na denn… Ich werde der weil ein Eis unten im Ort essen.

(swg)

Mistwetter. Alina braucht ein kleines Geburtstagsgeschenk für die Geburtstagsfeier ihrer Freundin. Paw Patrol (hat jemand was anderes erwartet?). Wir tingeln durch die Läden. Das, was da in Lizenz gefertigt wird, ist schweineteuer und größtenteils wahnsinnig hässlich. Insbesondere betrifft das die Plüschviecher. Und was sollen denn bitte die Autos mit den fest drin sitzenden Hunden?! Die kann man nicht rausnehmen! Naja.

Irgendwann brauchen wir Mittagessen und haben uns fürs Burgerlich auf der Prager Straße entschieden.Hier gibt’s Burger und alles Zubehör. Organisiert ist das wie im Vapiano: Am Eingang gibt’s ‘ne Karte, am Ausgang gibt’s die Rechnung.

Die Bestellungen laufen über im Tisch versenkte Touch-Displays. Ein erstes Getränk ist schnell geklickt und dann auch da.Die Auswahl geht schon mal über die üblichen Softdrinks hinaus: handgemischte Limos zum Beispiel mit Basilikum. Wer mal blättern will: die Karte ist auch online.

Bei den Burgern haben wir die vegetarischen Varianten mit Quinoa bzw. Portobello (Zucht-Champignon) probiert. Der Quinoa-Burger war einfach lecker, beim Pilz mit dem Frischkäse musste ich mich erst an die Konsistenz gewöhnen – geschmeckt hat der aber auch. Die Kinder haben “Pommes!” gerufen und sind nach kurzem Intermezzo in die Spielecke abgedampft.

Alles in allem die deutlich angenehmere Alternative zu den bekannten Burgerbratern. Grüße nach Hamburg!

(swg)

Bezahlte Fortbildung und ich darf mir die Beförderung aussuchen? Großartig! Ich nehm die Bahn, Fahrrad muss mit für die Mobilität am Ziel. Kein Problem. IC Dresden-Hannover und zurück mit Fahrrad, Platzreservierung und Flex-Option auf Bahncard 25 für 134,- €? Da gibt’s nix zu meckern. Mit dem Auto wären das auf Kilometerkosten gerechnet 200,- € mit dem Nachteil selber fahren zu müssen – wer will denn sowas? In der Zeit habe ich drei-vier Beiträge ins Blog getippt und eine entspannte Reise gehabt.

Wie ein “Fahrrad-Abteil” im IC aussieht, wusste ich auch nicht.Meine einzige Mäkelei, die ich anbringen könnte: Internet ist auf einer Bahnreise löchriger, als alte Socken. Am ehesten ist man mit UMTS in Bahnhöfen versorgt, bzw. bei der Durchfahrt durch Städte und größere Nester. Auf offener Strecke: Flaute. Ich erinnere mich in Schweden mitten im Wald gewesen zu sein, weit und breit kein Haus zu sehen: Internet gab’s. Aber ich bin mir sicher, irgendwann schafft auch Deutschland als technologisches Schwellenland den Anschluss an die westliche Welt…

(swg)

Was kann man mit einem verregneten Sonntag anfangen? Richtig! Man geht ins Museum. Gestern erst hat die Kinderbiennale im Japanischen Palais aufgemacht: Jede Menge Mitmach- und Selbermach-Kunst für Kinder.

Absolutes Highlight ist das Sketch Aquarium vom japanischen teamLab. Das Aquarium wird von der Kinder Zeichnungen bevölkert – das geht ganz leicht: Fisch ausmalenauf dem Scanner plazierenKazoom!Und dann schwimmt er da
Wie immer, wenn sie malen kann, ist Alina in ihrer eigenen Welt, bar jeden Zeitgefühls. Aber irgendwann lässt sie sich dann doch loseisen.

Oh, ein glitzernder Teppich breitet sich aus.Und man darf ihn essen. 544 kg Bonbons in goldener Folie.Das will Alina mit Jannika drauf festhalten.

“Well”, also der “Brunnen”, lädt zu Staunen ein. Es kribbelt beim Drüberlaufen, obschon man weiß, dass es eine optische Täuschung ist.Nachdem Alina einen Blick unter den Brunnen geworfen hat, hab ich plötzlich ein mutiges großes kleines Mädchen.Jannika und Alina bestempeln sich jede noch einen Beutel, dann will Alina unbedingt noch einen Fisch schwimmen lassen. Jannika füttert lieber die Fische.Aber eigentlich ist sie ziemlich fertig.Seit halb zwölf sind wir hier. Gegessen haben wir nur Frühstück. Auf zum Kaffeetrinken: Dreißig auf der Hauptstraße – was warmes gibt es heute Abend.

Auf dem Rückweg durch die Stadt nach Hause schläft Jannika planmäßig im Chariot ein.

Alina: “Ich will auf Deine Schultern”

swg: “Alina, deine Schuhe sind ganz schmutzig. Und dann bist du auch schon ziemlich schwer. Ich kann dich nicht dauernd schleppen, ich armer alter Mann.”

Alina: “Och Papa hör auf, du bist nicht arm.”

Wo sie recht hat…

Wir beschließen noch über den Herbstmarkt bis zum Dr.-Külz-Ring zu laufen. Da können wir dann die Bahn nehmen. Um eine Runde Riesenrad komme ich aber nicht rum.Herbstwetter. Es fühlt sich aber gar nicht so kalt an, wie es aussieht. Nach Hause gehen wir jetzt trotzdem.

(swg)