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Wir wissen schon heute, dass wir unsere Kinder nicht auf eine Regelschule schicken wollen. Die Gründe sind so vielfältig, laufen aber alle auf die die Furchtbarkeiten der staatlichen Regelschulen hinaus.

Heute: Früher weniger Schlaf hilft später Müdigkeit ertragen! oder so

Aus der Elternratssitzung: „Die Schulen weisen die Kitas darauf hin, dass Erstklässler keinen Mittagsschlaf in der Schule halten können. Man hätte in den Schulen große Probleme mit den Schülern, die mittags in ein tiefes Loch fallen. Die Empfehlung der Schulen lautet, die Vorschüler darauf vorzubereiten: Man solle ihnen schon jetzt, in der Vorschule, langsam den Mittagsschlaf entziehen.“
Es fällt also den Schülern in der Schule schwer, nach ihrem Pensum – und wir reden hier von der ersten Klasse! – noch die Augen offen zu halten. Den Schülern kann/will man die offenbar notwendige Ruhe nicht einräumen. Stattdessen schlägt man vor, sie an diese Quälerei schon etwas eher zu gewöhnen. Je eher man gequält wird, desto besser erträgt man es nämlich später!!1!

Ernsthaft?

(swg)

Wir fangen an, uns mit Schule zu beschäftigen. Das liegt daran, das Alina mit dem Beginn des nächsten Schuljahres Vorschüler werden könnte. Wir glauben aber nicht, dass sie emotional so weit ist – schon gar nicht für den durchgestaffelten Alltag einer staatlichen Regelschule. Auch nicht mit dem Jahr Vorschule als Vorbereitung. Auf so eine wollen wir sie eigentlich auch nicht schicken. Als Juni-Kind ist sie eine Grenzfall und wir können sie damit auch erst mit 7 Jahren einschulen.

Erfahrungen mit Schule sind derzeit nur unsere eignen. Was wir außerdem so über „die Schule“ bzw. das Lernen heute wissen, haben wir von anderen gehört und erfreut uns meist nicht – besonders dann nicht, wenn es um die staatlichen Regelschulen geht. Erfahrungen von Freunden, Nachbarn und Bekannten sind oft genug „nicht schön“. Bestürzender finden wir es nur, wenn deren Kinder den Schulalltag offenbar zu großen Teilen als Qual empfinden, die Eltern es aber als normal ansehen, „Schule scheiße zu finden“.

Mit dem Schlagwort „Schule“ werde ich alle Beiträge versehen, die in irgend einer Weise Texte beinhalten, die unsere Entscheidung für/gegen eine, und vor allem welche Form der Schule, dokumentieren. Und natürlich die vielen kleinen Annekdoten…

(swg)

Den Streik der Erzieher 2015 werden die meisten noch nicht vergessen haben. Das der Tarifabschluss eher mäßig war, schon eher. Anfang 2016 hat Dresden dann noch ein bisschen am Budget der Kitas herumgeschnippelt: Es gab zur freien Verfügung 1.200,-€. Damit sollte den Erziehern kreative Arbeit mit den Kindern ermöglicht werden. „Ach was“ hat man in Dresdens Verwaltung gesagt und kurzer Hand den Rotstift angesetzt.

Latenter Personalmangel ist in meiner Kita an der Tagesordnung, es fehlen laufend Leute – vom miesen sächsischen Personalschlüssel fange ich lieber gar nicht erst an! Außerdem gibt es angeblich keine qualifizierten Fachkräfte. Wenn ich allerdings hintenrum erfahre, dass eine gestandene Krippenerzieherin in Dresden keinen Job findet, weil ihr die Ausbildung für den Hort fehlt, platzt mir fast die Hutschnur! Hort? In der Krippe? Was soll das?

Extratouren waren in der Kita eh schon lange nicht mehr drin, es gab kein Geld dafür, Sachleistungen auch nicht. In meiner Kita wäre es zum Beispiel nötig, dass es eine Waschmaschine gibt. Durch zwei Gebäude und zusammengelegten Spätdienst fällt immer wieder Wäsche an, die von der Reinigung nicht mitgenommen werden kann/darf. Die Erzieher nehmen das Zeug also mit nach Hause und waschen es privat. Was ist denn das für ein Zustand?! Anfang des Jahres hatte ich versprochen, mich des Problems anzunehmen. Heute konnte ich es endlich auch tun: In den Kleinanzeigen war ein günstiger Waschtrockner aufgetaucht. Der steht jetzt in der Kita und tut seinen Dienst. Hoffentlich noch lange.

Verständnis für Dresdens Gebaren habe ich allerdings nicht. Die geburtenreichste Stadt Deutschlands (6 Jahre in Folge!!) leistet sich eine Kinderbetreuung, für die man sich schämen muss. Aber auf der anderen Seite wird gern und viel herumschwadroniert, wie wirtschaftlich leistungsfähig man doch sein – am liebsten auf Firmenjubiläumsfeiern bei Häppchen und Sekt.

Im Moment funktioniert es nur durch das Engagement und irgendein schlecht begründbares Pflichtbewusstsein bei Erziehern und Eltern. Mal sehen, wie lange. Danke Dresden!

(swg)