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Letzte Woche war ich schon in Baden-Baden, genauer Rheinmünster – Dienstreise. Diese Woche ist Nacharbeit erforderlich. Trotzdem wurden wir vom Kunden vorzüglich behandelt. Gut essen gehen ist hier nicht schwer, nur zu spät darf es nicht sein.

Und auch diese Woche startet unser Dienst im „Ausland“ ganz großartig. Wir sind im gleichen Hotel abgestiegen, wie letzte Woche: Landgasthof „zur Blume“ in Lichtenau-Scherzheim.

Diesmal hat das Restaurant der „Blume“ keine Betriebsruhe. Auf der Karte hab ich was entdeckt:Saure Nierle mit Spätzle – Nierchen hab ich bestimmt seit über zwanzig Jahren nicht mehr gegessen. Ich würde das auch nicht in einem x-beliebigen Restaurant bestellen, hier hatte ich aber keine Bedenken. Und es war einfach großartig :)

(swg)

Es ist ganz schön verzwickt mit dem Eltern sein. Man will es richtig machen und natürlich nicht die Fehler der Eltern wiederholen. Man guckt zu anderen und kopiert deren Verhalten (wir sind nun mal Affen). Und dann steht man doch ratlos vor seinem Kind, wenn es wieder nicht macht, was nötig wäre, Wutanfälle hat und man eigentlich was ganz anderes vor hatte…

Jesper Juuls Buch „Nein aus Liebe“ fand ich schon ausgesprochen hilfreich. Inzwischen weiß ich, warum mir manche Stellen besser gefielen als andere: Immer dann, wenn er Hintergründe erklärte – aus der Gehirn-Entwicklung, Psychologie, soziologisches usw. – dann war es spannend. Genau dann liefert er Ansätze, damit man für sich und sein Problm eine Lösung finden kann. Oft genug fehlt das aber. Schon weil Jesper auf Lösungsvorschläge verzichten will – und dann eben oft schon nicht genug erklärt.
Danielle und Katja haben es in ihrem Buch durchweg geschafft, immer den Bogen über die Kinder zu spannen: Sie zeigen aus der Sicht der Kinder – und vor allem aus ihrem Entwicklungsstand heraus – wie Situationen sich für sie darstellen.Es wird kaum Eltern geben, die Ihren Kindern es übel nehmen, dass diese Anfangs weder laufen noch essen können. Warum übersehen wir dann aber so selbstverständlich ihre unterentwickelte Emotions- und Impulskontrolle? Woher soll sie kommen? Das Buch ist natürlich populärwissenschaftlich gehalten, genau das macht es so leicht lesbar und verständlich. Überall findet man Verweise auf wissenschaftliche Literatur, es ist ein großartiger Start, sich viel intensiver mit dem Kind-sein auseinander zu setzen.

Ich bin Danielle Graf und Katja Seide jedenfalls sehr dankbar für ihren Einblick in die kleinen Köpfe.

Es gibt nur eine blöde Nebenwirkung des Buches: Man sitzt auf einem x-beliebigen Spielplatz, beobachtet andere Eltern und deren unverständiges Verhalten gegenüber ihrem Kind und kann ganz genau vorhersagen, wie sich die Situation gleich in Geschrei verrennt. Das ist oft sehr schrecklich und deprimierend, und ich muss mich immer daran erinnern, den selben Mist gemacht zu haben.

Verlagsgruppe Beltz, 2016, Taschenbuch
281 Seiten
ISBN 13: 978-3-407-86422-2
Preis: 14,95 €

Erhältlich auch als e-Book (13,99 €).

Natürlich haben die beiden auch ein Blog: gewuenschtestes-wunschkind.de.

(swg)


Genauso groß wie das Angebot an Familien- und Erziehungsratgebern ist meine Allergie dagegen. Jesper Juul wurde uns aber von einer Freundin empfohlen, weswegen ich das Buch überhaupt gelesen habe. Es ist kein Ratgeber, und das ist schon mal ein großer Gewinn. Meine Begeisterung für Jesper Juul und seine Erkenntnisse ist während des Lesens stetig gewachsen.

Auf der Webseite von FamilyLab standen zwei Artikel, die zusätzlich zur Empfehlung dazu beigetragen haben, das ich die 5 Grundsteine für die Familie gelesen habe:
Was Kinder brauchen – Der Tagesspiegel 22.Mai 2016,
„Ich kämpfe täglich mit deutschen Müttern“ – ZEITmagazin, 25.02.2010 Nr. 09

Ich musste mich in einer ganzen Reihe von seinen Geschichten wiedererkennen. Zum Glück nicht nur in den weniger schönen, aber leider doch recht oft. Was ich an Jesper Juul mag, ist seine Art, Verhalten und Folgen darzustellen. Er verwendet Beispiele aus seiner langen Erfahrung als Familientherapeut und seiner Initiative FamilyLab. Kein erhobener Zeigefinger und trotzdem habe ich sehr viel mitnehmen können. Ich fand es erstaunlich, welche kleinen Veränderungen im eigenen Verhalten zu einer deutlich entspannteren Beziehung zu den eigenen Kindern führen. Manchmal sind es sogar nur kleine Änderungen im verbalen Ausdruck, die etwas bewirken.

Mein Lieblingsbeispiel ist – ich nenne es mal so – die „falsche Frage“. Jeder kennt das, man hört sie so oder ähnlich tausend mal am Tag: Ein kleineres Kind spielt im Sandkasten, Mama will nach Hause zu gehen, denn es ist Zeit fürs Abendbrot. „Hast Du Hunger? Gehen wir jetzt nach Hause?“ fragt Mama. Grundehrlich antwortet das Kind: „Nein!“. Natürlich nicht! Hat bei Alina auch noch nie funktioniert! Zu fragen war noch nicht mal ehrlich, denn eigentlich will Mama dem Kind nicht die Wahl lassen. Warum fragt sie dann überhaupt? „Ich gehe jetzt nach Hause, es ist Abendbrotzeit und ich habe Hunger. Ich helf‘ Dir beim Aufräumen.“ klappt dagegen bei Alina. Natürlich kommt auch da mal „Och menno!“ oder „Will aber nicht!“ trotzdem macht sie mit. Es ist eine klare Willensbekundung und keine demokratische Abstimmung. Die kann man bringen, wo einem der weitere Verlauf nicht wichtig ist: bei der Frage nach Zoobesuch oder Matsch-Spielplatz zum Beispiel.

Es findet sich noch sehr viel mehr: über Kooperation, Integrität, Selbstvertrauen und (wichtig!) Selbstgefühl und nicht zuletzt die Kunst des Nein-Sagens. Das einzig Schlimme an dem Buch ist, dass ich jetzt draußen alltäglich Situationen beobachte, in denen ich den weiteren Verlauf sehr gut vorhersagen kann. Da muss ich einfach mal die Klappe halten, auch wenn es manchmal gar nicht lustig ist. Hab selber vor meiner Tür genug zu kehren :)

5 Grundsteine für die Familie von Jesper Juul
Verlag: Kösel-Verlag Sep 2015 (2015)
160 Seiten
ISBN 10: 3466310504
ISBN 13: 9783466310500
Preis: 16,99 €

(swg)

Der „Paradiesgarten“ – so heißt das Haus vorn an der Straßenecke – hat kein Glück mit Geschäften: Schlecker, Lampenladen, Reisebüro, Gaststätte, Teeladen – nix war lange da. An Bäckereien war bei uns eh kein Mangel: Bärenhecke hat dann im Paradiesgarten auch vor kurzem aufgegeben. Im Konsum gibt es noch einen Sternbäcker und daneben den Säurig (Bestes Brot in Dresden!). An der Haltestelle oben ist auch noch eine Bäcker-Fleischer-Kombi. Ilgen heißt der Bäcker da neuerdings. Der Wechsel brachte eine Modernisierung der Sitzplätze im Geschäft. Es ist sehr hübsch geworden, aber ab Samstag 12:00 Uhr ist zu. Wieder nix mit Sonntagskaffee und -kuchen.

Jetzt aber gibt es einen Lichtblick! Seit Jahren habe ich mich gefragt, warum hier niemand Eis verkauft: Nebenan ist das Viztum-Gymnasium – das muss ein Selbstläufer sein. Meine Gebete wurde erhört:Das Beste ist, dass das Rondell des ehemaligen Hähnchengrills zum neuen Domizil des bald entstehenden Eiskaffees wirdIm Juni soll Eröffnung sein. Freude!

(swg)