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Zutaten
1,5 kg Gulasch halb und halb
100 g Bauernspeck
1 Schwarzbier
Suppengrün
1 Gemüsezwiebel, 2 Schalotten
1-3 EL Mehl
Estragon, Oregano, Kurkuma,
Koreander, Kümmel,
Kreuzkümmel, Kerbel,
Muskat, Chilli
Schwarzer Pfeffer, Salz
Im Blog habe ich zwar schon ein Gulasch-Rezept, nichtsdestotrotz soll hier meine andere Variante folgen – die ist gerade auch meine liebste.

Erst das gewürfelte Schwein und anschließend das gewürfelte Rind portionsweise mit ein paar Würfelchen Bauernspeck scharf anbraten.In Portionen damit, sollte das Fleisch überdurchschnittlich Wasser lassen, es nicht im eigenen Sud kocht. Ich benutze einen normalen Edelstahltopf ohne Beschichtung: unten drin wird es ordentlich dunkelbraun. Das stört nicht, im Gegenteil: das soll so!

Während das Fleisch im Topf zischt hat man genug Zeit, das Suppengrün, die Gemüsezwiebel und die zwei Schalotten zu würfeln.Wenn das Fleisch angebraten und beiseite gestellt ist, schmort man anschließend gleich das Gemüse in dem Topf. Aber nur ganz kurz, dann kommt schon das Schwarzbier und ca. 1 L Wasser dazu. Jetzt kann man schon ins Gewürzregal greifen.Bei mir findet Estragon, Oregano, Kurkuma, Koreander, Kümmel, Kreuzkümmel, Kerbel, ein Hauch Muskat und Salz den Weg in den Topf.

Wenn die Schwarzbier-Gemüsebrühe eine halbe bis dreiviertel Stunde vor sich hin gekocht hat, kann sie vom Herd. Ich presse das Gemüse noch mit meinem kleinen Eiertopf durch den Durchschlag – soll ja nichts verschwendet werden.

Jetzt kommt der Schritt den man tun oder lassen kann: In meinen Topf kommt etwas vom angebratenen Fleisch und ein bis drei Esslöffel Weizenmehl. Ganz so, wie sähmig man seinen Gulasch mag. Das Mehl ist nicht von Nöten, es geht auch ohne. Das Mehl bräunt leicht mit an (nicht verbrennen lassen!), dann kommt das restliche Fleisch und die Schwarzbier-Gemüsebrühe dazu.

Da der Gulasch locker schwimmen soll, muss wieder etwas Wasser dazu.Jetzt darf man nochmal nachwürzen, vor allem Schwarzer Pfeffer und Salz müssen in den Topf – nicht zu vergessen die klein gehackte Petersilie. Und vielleicht etwas Chilli – aber man sollte es nicht übertreiben. Abschmecken hat eh noch keinen Sinn: Die angebrannten Reste im Topf haben sich mit der Gemüsebrühe zwar gelöst, man schmeckt sie aber sehr deutlich. Während der nächsten Stunde, in der der Gulasch vor sich hin köchelt, verfliegt das. So, wie ich immer mal wieder neugierig meinen Probierlöffel in den Topf halte, würze ich ganz nach Gusto nach.

Nach einer Stunde könnte das Rind schon weich sein, es kann aber auch knapp 2 Stunden dauern. Da hilft nur immer mal nachgucken zu gehen. Meist koche ich abends für den nächsten Tag, sodass der Gulasch schön auf dem Balkon ziehen kann. Bisher ist er immer schnell alle gewesen – egal ob zu Hause oder bei Feiern. Zum Einfrieren komme ich fast nie. :)

(swg)

Kürbissuppe hab ich nun schon so oft versucht “besonders”, “raffiniert” oder einfach nur “besser” zu machen: Das geht einfach nur schief!!1!

Deswegen die Notiz vor allem an mich selbst:

In Kürbissuppe gehört nur Kürbis!

Keine Zucchini, keine Zwiebel, keine Kartoffel und auch keine Möhre! Das Problem von Hokkaido-Kürbis ist, dass sein knapp bemessenes Eigenaroma einfach von allem sehr schnell übertüncht wird. Kokosmilch geht vielleicht… nee, lasst das.

Man muss den Kürbis nicht mal schälen – entkernen und zerstückeln reicht. Alles in einen Topf, mit Instant-Gemüsebrühe (jaja, da ist das verpönte Gemüse drin) aufgießen, bis die Kürbisstücke gerade bedeckt sind. Ein ganz kleines bisschen Ingwer, Kerbel, Muskatnuss, Pfeffer und (wenn in der Instant-Gemüsebrühe nicht genug drin war) auch Salz. Pikante Naturen dürfen noch Chili dazu tun. Nach einer Stunde köcheln sollte der Kürbis weich sein. Es ist Zeit fürs Gemetzel – schön lange und ordentlich fein durchpürieren.

Oft koche ich vor, sodass über Nacht die Suppe in der Kühle “nachzieht”: Sie dickt etwas ein. Je nach Kürbis so sehr, dass am nächsten Tag noch etwas Gemüsebrühe dazu muss.Nur so funktioniert Kürbissuppe mit dem Hokkaido. Mehr darf nicht! Mahlzeit.

(swg)

Letzte Woche war ich schon in Baden-Baden, genauer Rheinmünster – Dienstreise. Diese Woche ist Nacharbeit erforderlich. Trotzdem wurden wir vom Kunden vorzüglich behandelt. Gut essen gehen ist hier nicht schwer, nur zu spät darf es nicht sein.

Und auch diese Woche startet unser Dienst im “Ausland” ganz großartig. Wir sind im gleichen Hotel abgestiegen, wie letzte Woche: Landgasthof “zur Blume” in Lichtenau-Scherzheim.

Diesmal hat das Restaurant der “Blume” keine Betriebsruhe. Auf der Karte hab ich was entdeckt:Saure Nierle mit Spätzle – Nierchen hab ich bestimmt seit über zwanzig Jahren nicht mehr gegessen. Ich würde das auch nicht in einem x-beliebigen Restaurant bestellen, hier hatte ich aber keine Bedenken. Und es war einfach großartig :)

(swg)

Es ist ganz schön verzwickt mit dem Eltern sein. Man will es richtig machen und natürlich nicht die Fehler der Eltern wiederholen. Man guckt zu anderen und kopiert deren Verhalten (wir sind nun mal Affen). Und dann steht man doch ratlos vor seinem Kind, wenn es wieder nicht macht, was nötig wäre, Wutanfälle hat und man eigentlich was ganz anderes vor hatte…

Jesper Juuls Buch “Nein aus Liebe” fand ich schon ausgesprochen hilfreich. Inzwischen weiß ich, warum mir manche Stellen besser gefielen als andere: Immer dann, wenn er Hintergründe erklärte – aus der Gehirn-Entwicklung, Psychologie, soziologisches usw. – dann war es spannend. Genau dann liefert er Ansätze, damit man für sich und sein Problm eine Lösung finden kann. Oft genug fehlt das aber. Schon weil Jesper auf Lösungsvorschläge verzichten will – und dann eben oft schon nicht genug erklärt.
Danielle und Katja haben es in ihrem Buch durchweg geschafft, immer den Bogen über die Kinder zu spannen: Sie zeigen aus der Sicht der Kinder – und vor allem aus ihrem Entwicklungsstand heraus – wie Situationen sich für sie darstellen.Es wird kaum Eltern geben, die Ihren Kindern es übel nehmen, dass diese Anfangs weder laufen noch essen können. Warum übersehen wir dann aber so selbstverständlich ihre unterentwickelte Emotions- und Impulskontrolle? Woher soll sie kommen? Das Buch ist natürlich populärwissenschaftlich gehalten, genau das macht es so leicht lesbar und verständlich. Überall findet man Verweise auf wissenschaftliche Literatur, es ist ein großartiger Start, sich viel intensiver mit dem Kind-sein auseinander zu setzen.

Ich bin Danielle Graf und Katja Seide jedenfalls sehr dankbar für ihren Einblick in die kleinen Köpfe.

Es gibt nur eine blöde Nebenwirkung des Buches: Man sitzt auf einem x-beliebigen Spielplatz, beobachtet andere Eltern und deren unverständiges Verhalten gegenüber ihrem Kind und kann ganz genau vorhersagen, wie sich die Situation gleich in Geschrei verrennt. Das ist oft sehr schrecklich und deprimierend, und ich muss mich immer daran erinnern, den selben Mist gemacht zu haben.

Verlagsgruppe Beltz, 2016, Taschenbuch
281 Seiten
ISBN 13: 978-3-407-86422-2
Preis: 14,95 €

Erhältlich auch als e-Book (13,99 €).

Natürlich haben die beiden auch ein Blog: gewuenschtestes-wunschkind.de.

(swg)