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Silvester ist angerückt. Wir haben keine Pläne gemacht und mithin nichts vor. Wir wollen den Abend einfach mit den Kindern verbringen. Damit wir nicht vollends in der Wohnung versumpfen, gehen wir vorm Mittag noch einen Geocache einsammeln. Die Spazierrunde bleibt dabei klein, Jannika geht es einfach noch nicht gut: Ihre Mittelohrentzündung flammt immer wieder auf. eines hat sie dann schon drauf „Fiebersaft!“. Also eigentlich deutlich weinerlicher: „Fiiieeebersaaaft“ *schnief*. Armes Kind.

Den Nachmittag haben wir auf der Couch vergammelt und später die Küche etwas verwüstet: Abends gibt es Frikadellenspinnen, Bratäpfel und ein Schokoladenfondue. Und was macht man so vollgefressen dann? Es ist erst um sechs – so zeitig sind wir selten mit Abendbrot fertig. Raus und Feuerwerk gucken. Dafür, dass Alina Krach nicht mag, ist sie doch sehr feuerwerksbegeistert. Und es gibt ja auch schon einiges über der Stadt zu sehen.

Vorm Haus entscheidet Alina, dass sie lieber von der Bismarcksäule aus gucken will. Begeistert bin ich nicht, Janni hält nur der Fiebersaft aufrecht und ob sie das Geknalle dort aushält? Was solls, gehen wir halt. Mit Wunderkerzen erleuchten wir uns den Weg.Bis zur Bismarcksäule gehen wir nicht hoch, auf halber Höhe, vom Moreau-Denkmal aus, sieht man auch gut und es sind auch noch keine Knallfreunde da. Was ist denn das da für ein Schatten?! Ne Ratte?? Guck mal, ’ne Ratte! Wo ist die Taschenlampe?Das Tierchen bleibt im Lichtkegel einfach hocken, guckt. Trippelt ein bisschen herum. Selbst als wir näher gehen: keine Scheu. Sie sieht auch nicht wie eine gewöhnliche Ratte aus – so schwarz und weiß. Noch ein paar Schrittchen näher – Uiiihhh! sie krabbelt zwischen und auf unseren Schuhen herum, versucht ins Hosenbein zu kommen. Als Maria das zu vermeiden versucht, inspiziert die Ratte gleich ihre Hand und beknabbert sie vorsichtig, wie das handzahme, hungrige Nager so tun.

Und jetzt? Einsammeln? Mitnehmen? Und dann? Draußen lassen wollen wir sie aber nicht, besonders nicht heute Nacht. Also gehe ich los, die Transportbox aus dem Keller holen, die wir noch von unseren Wüstenrennmäusen haben. Eine Hand voll Vogelfutter rein und zurück zum Denkmal. Die Ratte ist noch da, Alina befunzelt sie mit der Taschenlampe – also eigentlich steht sie über ihr und leuchtet runter. Die Ratte angelt sich was aus der offenen Transportbox. Beim dritten Mal schubbse ich sie rein, was sie sich einfach gefallen lässt. Deckel zu. Ratte frisst. Wir brennen etwas abseits unser Minifeuerwerk ab. Die Ratte ist noch mit ihrem Futter beschäftigt. Also nach Hause. Alina besteht darauf, die Ratte selber zu tragen.In der winzigen Box können wir die Ratte aber nicht lassen – nicht mal eine Nacht, da kriegt die ja einen Koller. Kiste oder Käfig haben wir nicht, der Eigenbau wurde nach dem Ableben unserer Mäuse entsorgt. Wir kennen auch niemanden, der einen Käfig rumstehen haben könnte. Ebay-Kleinanzeigen? Ja, 40,- € in Pieschen, Telefonnummer steht auch dran. Halb acht kann man wohl noch anrufen. „Zugelaufen?!“ „Hm genau, kann ich den Käfig gleich noch holen?“ Ich kann. Dann ist wenigstens das Problem vom Tisch.

Die Besitzerin hat den Käfig auch für ihre „Notaufnahme“ verwendet. Aber jetzt fehlt ihr einfach der Platz. Ich bekomme sogar noch Einstreu, ein Häuschen und Hilfe beim einladen. Danke!

Auf der Rückfahrt beschließe ich unseren Rattenfang vorläufig „Silvester“ zu taufen. Sie bezieht sofort ihren neuen Käfig – im Keller findet sich allerlei Staffage von den Wüstenrennmäusen. Silvester scheint’s zu gefallen. Den Futternapf räumt sie jedenfalls erstmal aus und buchsiert die Nudeln und Äpfel hinter ihr Häuschen. Regen Gebrauch macht sie auch von der Wasserflasche – scheint sie alles zu kennen. Sonnenblumenkerne kommen auch gut an.Aushänge werde ich noch machen und morgen verteilen. Irgendwie glaube ich aber nicht recht daran, dass Silvester uns wieder verlässt. Und sie einfach einem Interessierten zu geben werden mir die Kinder wohl nicht verzeihen. Dann müssen wir uns aber Gedanken um die Vergesellschaftung mit wenigstens einer weiteren Ratte machen… Und wenn ich das kurz mit O-Ton unterlegen darf:„Dann haben wir jetzt wohl ein Haustier!“

(swg)

Da steht es nun, Marias Pendler-Faltrad: Ein BerndsVon einem Strida konnte ich sie nicht überzeugen. Sie hat es eine Weile genutzt um nach Freiberg zu pendeln, aber so richtig kann sie sich mit der Sitzposition nicht anfreunden.

Also hab ich geguckt, was es so gibt. Ich war für Zahnriemen und Nabenschaltung. Da ist die Wahl schon sehr eingeschränkt. Und ob der Preise von Falträdern sollte es ein gebrauchtes sein. Fündig geworden bin ich bei den ebay-kleinanzeigen, von privat (in Berlin *seufz*), ein bernds.

So schnell wie ein Strida faltet es nicht und man muss es tragen. Für Maria waren das beides keine Kriterien. Dafür ist der Hinterbau gefedert. Die Bremsen machen jetzt nicht so den besten Eindruck: Rücktritt hinten (und das trotz Zahnriemen?!) und eine wenig Vertrauen erweckende Dual Pivot vorn: Die gibt sehr nach, wenn ich am Bremshebel ziehe… Mal sehen, wie sich das bernds im Alltag bewährt.

(swg)