Archives for the year of: 2008

Latürnich habe ich auch dieses Jahr wieder Stollen gebacken. Geht ja nicht ohne, sechs Stück sind es insgesamt geworden. Eine Winzigkeit habe ich dieses Jahr abgeändert: Es sind nicht nur 50 g Zitronat drin, sondern auch 50 g Orangeat. Der Erfolg ist eine ganze Menge Lob aus dem Kollegenkreis und auch von Muttern: „nicht so leer, wie letztes Jahr“. Bei zweien habe ich die Rosinen über Nacht in Rum gelegt, weiß aber noch nicht, wie das ausgeht. Abwarten.
Jedenfalls habe ich mein Rezept angepasst. (swg)

Bildschirm auf Knopfdruck drehen

Unter X gibt es die Möglichkeit, den Bildschirminhalt in beliebiger Richtung lesbar darzustellen. Besitzt man einen Bildschirm mit Pivot-Funktion hat das auch Sinn: Die meisten Webseiten sind heute eher hoch als breit, den Bildschirm hochkannt zu drehen macht sie viel leichter lesbar – auf 24“ in 16:10 erst recht.

Damit man den Bilschirminhalt drehen kann, muss im X-Server die RandR-Erweiterung eingeschaltet sein. In der xorg.conf muss dazu in der Device-Section für Grafikkarte eine Zeile eingefügt werden:

Section "Device"
Identifier "nVidia Corporation G72 [Geforce 7500 LE]"
Driver "nvidia"
BusID "PCI:1:0:0"
Option "RandRRotation"
EndSection

(X muss neu gestartet werden: ausloggen, [Strg]+[Alt]+[Backspace]*2, einloggen)

Das Drehen des Bildschirminhalts besorgt ein kleines Commandline-Programm: xrandr. Meistens können pivot-fähige Bildschirme nur um 90° gedreht werden, in meinem Fall nach rechts, der Inhalt muss also nach links gedreht werden. Der Aufruf lautet xrandr -o left, zurück geht’s mit xrandr -o normal.

Nun soll das Drehen ein Klick auf ein Icon besorgen können, zurück soll es mit einem weiteren Klick gehen, das Script muss dazu den aktuellen Zustand des Bildschirms erkennen: Mit xrandr -q wird unter anderm die Drehrichtung ausgegeben. Wenn wir die Zeile, dass der Schirm nach links gedreht ist, nicht finden, muss er normal stehen -> es soll nach links gedreht werden. Das ganze Script sieht folgender Maßen aus:

#!/bin/bash
ROTSTATE=$(xrandr -q | grep "Current rotation - left");
if [ -z "$ROTSTATE" ]; then
xrandr -o left;
else
xrandr -o normal;
fi

Das Script wird mit einem Symbol in einer beliebigen Leiste auf dem Desktop verknüpft.

Hier noch das fertige Script:
Symbol Shellscript rotate.sh

(swg)code

„Das neue BKA-Gesetz ist da“
Heroisch hat die SPD gerade nochmal verhindert, glaubwürdig zu werden, man will einen „Kompromiss“ mit der Union zum neuen BKA-Gesetz gefunden haben. Und der sieht so aus: Online-Durchsuchungen dürfen nun auch in Eilfällen nur von einem Richter angeordnet werden und nicht vom BKA-Chef… Ach ja und was unter den „Kernbereich der Privatsphäre“ fällt, entscheidet jetzt auch nur der Richter. Im Eilfall hat so ein Richter dazu sicher Zeit, so eine kleine Urlaubsphotosammlungen ist schnell durchgeklickt. Da kann er dann das Privateste zurückzuhalten und den online-proktologisch Durchsuchten „schützen“. Bei der SPD sagt man dann, man hätte „ein tragfähiges Ergebnis gefunden“. Damit dürfte dem BKA-Gesetz nun auch der Bundesrat nicht mehr im Weg stehen.

Danke SPD, und jetzt bitte alle mitsingen:

Direktgesang

(swg)

Es ist ein Samstag Abend. Die „Wirtschaftskrise“ ist in vollem Gange – wenigstens wenn man dem Wehgeschrei in den Medien Glauben schenkt. Andererseits ist die Stadt voller Menschen und niemand ist ohne Kartons und Tüten unterwegs… Es wird wohl verünftiger Weise in Sachwerte investiert? Meine Schritte lenke ich seltener Weise in einen Elektronik-Hassmarkt (aka Saturn), heute muss es mal sein.

Der Markt ist ein Schlachtfeld, ein verheerter Kriegsschauplatz – Kriegsberichterstattung. Fahle Leuchtstoffröhren erhellen die Szenerie, nur die Ecke der Hifi-Vorführwelt liegt in Düsternis. Es herrscht die drückende Stille nach dem Sturm. Nichtmal Musik. Auf den Repräsentationsflächen für Angebotsware liegen nur noch einige zersplitterte (!) Europaletten. Vereinzelt liegen Verpackungsreste in den Gängen, die Regale stehen zum Teil nicht mehr in Reih und Glied. Einige wenige Untote schlurfen entlang der flimmernden TV-Wand. Mein ängstlicher Blick in den nächsten Regalgang geschieht in Erwartung einer grausam entstellten Verkäuferleiche… In der DVD-Abteilung gibt es Lücken, der Rest folgt dem Alphabet nicht mehr, ich finde aber, was ich brauche. Nachdem ich mit dem hohläugigen Zombi an der Kasse die Transaktion DVD gegen Hirn Geld abgewickelt habe, verlasse ich hastigen Schrittes die Szenerie…

’s ist Advent. (swg)