Archives for the month of: August, 2007

War ich nicht gerade dabei die GEZ anzumotzen? Hab ich nicht gerade angemerkt, dass die GEZ weiß, wie sie effektiv ihren Ruf ruiniert? Ist das eine neue Kampagne, ihre Abschaffung voranzutreiben? Sieben Sonnenbänke mit eingebauten Lautsprechern – alle in einem Raum -, befeuert von EINEM Radio, stellen nach Meinung der GEZ also sieben Einzelkabinen dar! Ganz egal, dass alle nur den gleichen Sender hören können, es sind einzelne Hörstellen.
Rundfunkgebührenstaatsvertrag (PDF) , §1 Rundfunkempfangsgeräte, Rundfunkteilnehmer 1)

Rundfunkempfangsgeräte im Sinne dieses Staatsvertrages sind technische Einrichtungen, die zur drahtlosen oder drahtgebundenen, nicht zeitversetzten Hör- oder Sichtbarmachung oder Aufzeichnung von Rundfunkdarbietungen (Hörfunk und Fernsehen) geeignet sind. Rundfunkempfangsgeräte sind auch Lautsprecher, Bildwiedergabegeräte und ähnliche technische Einrichtungen als gesonderte Hör- oder Sehstellen.
Mehrere Geräte gelten dann als ein einziges Rundfunkempfangsgerät, wenn sie zur Verbesserung oder Verstärkung des Empfangs einander zugeordnet sind und damit eine einheitliche Hör- oder Sehstelle bilden.

So läuft es darauf hinaus, auszudiskutiern, wann eine Kabine einen Raum mit „gesonderter Hörstelle“ bildet, und wann nur ein Sichtschutz. Danke liebe GEZ-Juristen, ihr seid ganz toll.

Man könnte ja nun einwerfen, dass die GEZ den Rundfunkgebührenstaatsvertrag nicht gemacht hat, in dem dieser Quatsch drinsteht (obwohl er ja, wie wir oben sehen so garnicht drinsteht ?!?!). Ihr Auftrag ist die Durchsetzung. Aber wer, frage ich mich, ist so fern jeglicher Realität, soetwas auf Biegen und Brechen durchzusetzen?! Denkt man bei der GEZ wirklich, dass es so vorgesehen war? Denkt man bei der GEZ noch?
Nehmen was in die Hand und schon geht es kaputt – ach ich liebe die Juristen. Und davon arbeiten bei der GEZ offenbar echte (TM) Prachtexemplare. (swg)

[tags]GEZ, Rundfunkgebühr, Sonnenstudio, Rundfunkgebührenstaatsvertrag[/tags]

Stell Dir vor, Du müsstest am Computer arbeiten, aber Microsoft gibt Dir Urlaub! Dank WGA.
Es scheint ein kleines Problem mit dem WGA seitens Microsoft zu geben – bei manchen klappt die WGA-Prüfung, bei manchen nicht. Jaja, ich weiß: Vista funktioniert auch ohne WGA… dafür aber auch ohne Bunt (ohne WGA kein Aero und keine Updates). Schlecht kann ich das nicht finden, vielleicht gibt sich der ein oder andere doch mal einen Ruck und gibt Ubuntu (wikipedia) eine Chance.

Scheinbar hab ich den heise-Ticker die letzten Tage vernachlässigt. (swg)
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„Da wollt’er nu mit viere lang aus’m Hof kutschiern, und nu hakt’ern Pfostn“. Der Satz hallt immer noch nach, dabei hab ich die Hörspielfassung von Ehm Welks „Die Heiden von Kummerow“ schon sehr lange nicht mehr gehört – aber vermutlich als Kind wenigstens einmal zu oft. Meine Eltern vermutlich auch, denn die Platte rotierte dauernd auf dem Teller. Später fand ich das Buch im Schrank – Mutter hat die Hinstorff-Ausgabe. Und gelesen hab ich das dann auch endlos oft.

Diese schöne Erinnerung hab ich mir wieder in meinen Bücherschrank gestellt, riecht sogar wie früher. 3 2 1 … „Die Gerechten von Kummerow“ gab es gleich noch dazu, die kann ich aber nur vage als Film erinnern.

Dieses Buch erzählt in zweiundzwanzig Kapiteln, der Wahrheit gemäß, was sich in einem halben Jahre, von Palmarum bis Michaelis, als der alte Kuhhirte die Gegend verlassen musste, an hellen und düsteren Ereignissen, an menschlichen Handlungen der Liebe und des guten Willens, der Schwäche und der Böswilligkeit zutrug in Kummerow im Bruch hinterm Berge.
Ein alter von Büchern gestützter Glaube will wissen, das irdische Paradies habe in Vorpommern gelegen; dem Schulzen Christian Wendland sagte sogar seine innere Stimme, es könne nur bei Kummerow im Bruch hinterm Berge gelegen haben. Der Erzähler, auch ein Kummerower, hat beim Nachforschen zwar nicht die Wiege der Menshcheit gefunden, aber, wie er glaubt, ein Stückchen vom Schaukelfuß dieser Wiege. Woher auch sonst als aus dem Paradies könnte die Verzierung auf dem ausgegrabenen Holzstück stammen: ein Gesicht , nicht jung und nicht alt, nicht eines Engels und nicht eines Teufels, einfach ein Menschengesicht, das lacht. Die Berufenen mögen es nachprüfen. Darum widmet der Verfasser das Buch allen jungen Herzen!

Direkt bin ich in Kummerow. Osterferien, das Heiden-Döpen, kirchlich-dörfliche Doppelmoral, Martin Grambauer, Ulrike, Johannes Bärensprung… ach und die Geschichte mit der Einsegnungsgans! ich geh lesen. (swg)

Wie die GEZ sich unbeliebt macht, weiß sie schon lange sehr gut, kennt auch jeder – man wird ja persönlich wenigstens einmal jährlich angeschrieben, wenn man nicht voll zahlt. Nun bricht die GEZ zu neuen Horizonten auf: versucht man jetzt die Überschreitung der Grenze der Lächerlichkeit? Mit juristischer Unterstützung? Als erstes hält man sich an Akademie.de:

Die Gemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten hat die Wissensplattform akademie.de über die Rechtsabteilung der GEZ abgemahnt: akademie.de soll sich dazu verpflichten, “nicht existente” bzw. “falsche” Begriffe wie “GEZ-Gebühren”, “PC-Gebühr”, “Gebührenfahnder”, “GEZ-Anmeldung” oder “GEZ-Abmeldung” nie wieder zu verwenden.

Über eine “strafbewehrte Unterlassungserklärung” soll akademie.de für jede erneute öffentliche Verwendung eines Verbotsworts an die GEZ 5.100 Euro bezahlen.

Ob der GEZ mal einer verraten sollte, das man ein schlechtes Image aufgrund schlechter PR nicht durch noch mehr schlechte PR verbessert werden kann? Das funktioniert wie mit den Gebühren: die addiert man, Zum Mitschreiben:minus plus minus ist mehr minus. Hier wird nicht multipliziert.

Sucht die GEZ vielleicht nach neuen Betätigungsfeldern, z.B. der Reinhaltung der deutschen Sprache? Ok, ganz allein sind die Begriffe nicht der Grund für die Abmahnung: Bei Akademie.de hatte wohl wenigstens ein Artikel behauptet, die GEZ gäbe vor, dass bestimmte Schreiben nicht eingegangen seien. Und das ist eine Unterstellung, die man ohne einen Beweis keines Falls loslassen sollte. Genauer hat das auch mal einer erklärt.

In dem Zusammenhang finde ich es nicht gut, wie verkürzt die Story durch die Blogosphäre rauscht, gerade durch „die Großen“ der Szene. Mag man die GEZ noch so lächerlich finden: In einem Punkt beschweren sie sich evtl. zu Recht, und das sollte man doch nicht unterschlagen.

Wer mehr Spaß will, kann sich bei Technorati zum Thema umgucken. (swg)

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