Alina freut sich heute ganz besonders aufs Eislaufen: Ihre Kindergartenfreundin Neele kommt mit. Mit Eltern natürlich. Neele ist etwas experimentierfreudiger als Alina und will gleich auf die Laufhilfe verzichten.Na dann kann Alina das ja dann auch mal probieren.Weit kommen beide erstmal nicht.Aber drei Runden laufen sie dann doch.Dann ist es wohl Zeit für eine Pause. Drei Runden mit den Kindern können sich ganz schön ziehen. Als liebstes Spiel haben sie sich „Auf-den-Po-fallen“ ausgesucht. Ihre Waffel haben sich die Beiden aber verdient.Halb sechs gehen wir nach Hause. Die Kinder sind platt und außerdem ist die Leihfrist für Neeles Schlittschuhe abgelaufen.

Ich hab jetzt noch das kleine Abenteuer „Hält die Bremse bis nach Hause oder geht sie vorher fest“. Vor vier Jahren wars der rechte, jetzt ist der linke Bremssattel fest.

(swg)

Jannika versucht es jetzt langsam mit dem Sprechen. Ihr erstes richtiges Wort hat sie schon vor Wochen noch während der Eingewöhnung gesagt: „Auto!“. Sie weiß auch genau, was es heißt und zeigt dabei auf ihrem Eimerchen auf das aufgedruckte Auto.

Meist plappert Jannika nach, was sie von uns, besonders aber von Alina, zu hören bekommt. Ihr Lieblingswort, das sie schon am längsten sagt, ist „Hoppala!“. Heute Morgen war es Milch, was sie mit „Mel“ kommentierte. „Apffe!“ ist der Apfel, kann aber auch die Birne meinen. „Allealle“ kriegt sie auch über die Lippen, wenn der Apfel dann verspachtelt ist. Mit „Eule“ hat sie es schon probiert, wobei sie ihre Zunge ganz lustig nach hinten rollt. Sieht sehr putzig aus. Beim Wickeln hat sie meine Brille entdeckt, zeigt darauf und sagt „lalla“ bis „blalla“. Im Bett kann „lalla“ aber auch Schnuller bedeuten. Und wenn sie Alinas Kitty in die Fingerchen kriegt, sagt Jannika „Puppe“. Vehement verteidigen kann sie ihren Besitz schon eine Weile, neuerdings sagt sie dazu sehr deutlich „meins!“. „Tsüss“ (das sagt sie auch schon und winkt).

(swg)

Jahrelang bin ich selber auf zwei Kufen unterwegs gewesen – Zeit das große Kind aufs Glatteis zu führen. Letztes Jahr haben wir das schonmal im Heins gemacht – mit eher mäßigem Erfolg. Total umwerfend fand es Alina nicht.

Diesmal geht es etwas besser. Wir sind ja auch auf meiner alten Stammbahn im Ostragehege.Jannika erkundet derweil die Umgebung um die Eislaufbahn.Ganz großartig geht Eislaufen natürlich mit der richtigen Unterstützung.So dolle sind die Pinguine nicht. Sie sind sehr schwer und rutschen selbst für die kleinen Anfänger etwas zu schlecht. Die Stahlrohr-Laufhilfen, die man hier noch ausleihen kann, funktionieren deutliche besser.

Alina will eine kleine Pause, da habe ich Gelegenheit, ein paar Runden zu drehen. Alina wird aber recht schnell langweilig. „Der Papa ist gerade da hinten“ – „Ich kann das auch schon alleine!“ kriegt Maria zur Antwort. Gut, dann bekommt sie ihren Pinguin aufs Eis gestellt und schon marschiert sie los. Alleine.Alina kreiselt mit uns eine Runde nach der anderen.Nach zwei Stunden haben wir genug – es ist sowieso fast um sechs: Torschluss auf der Eisbahn. Für uns reicht es denke ich auch.

(swg)

Den Streik der Erzieher 2015 werden die meisten noch nicht vergessen haben. Das der Tarifabschluss eher mäßig war, schon eher. Anfang 2016 hat Dresden dann noch ein bisschen am Budget der Kitas herumgeschnippelt: Es gab zur freien Verfügung 1.200,-€. Damit sollte den Erziehern kreative Arbeit mit den Kindern ermöglicht werden. „Ach was“ hat man in Dresdens Verwaltung gesagt und kurzer Hand den Rotstift angesetzt.

Latenter Personalmangel ist in meiner Kita an der Tagesordnung, es fehlen laufend Leute – vom miesen sächsischen Personalschlüssel fange ich lieber gar nicht erst an! Außerdem gibt es angeblich keine qualifizierten Fachkräfte. Wenn ich allerdings hintenrum erfahre, dass eine gestandene Krippenerzieherin in Dresden keinen Job findet, weil ihr die Ausbildung für den Hort fehlt, platzt mir fast die Hutschnur! Hort? In der Krippe? Was soll das?

Extratouren waren in der Kita eh schon lange nicht mehr drin, es gab kein Geld dafür, Sachleistungen auch nicht. In meiner Kita wäre es zum Beispiel nötig, dass es eine Waschmaschine gibt. Durch zwei Gebäude und zusammengelegten Spätdienst fällt immer wieder Wäsche an, die von der Reinigung nicht mitgenommen werden kann/darf. Die Erzieher nehmen das Zeug also mit nach Hause und waschen es privat. Was ist denn das für ein Zustand?! Anfang des Jahres hatte ich versprochen, mich des Problems anzunehmen. Heute konnte ich es endlich auch tun: In den Kleinanzeigen war ein günstiger Waschtrockner aufgetaucht. Der steht jetzt in der Kita und tut seinen Dienst. Hoffentlich noch lange.

Verständnis für Dresdens Gebaren habe ich allerdings nicht. Die geburtenreichste Stadt Deutschlands (6 Jahre in Folge!!) leistet sich eine Kinderbetreuung, für die man sich schämen muss. Aber auf der anderen Seite wird gern und viel herumschwadroniert, wie wirtschaftlich leistungsfähig man doch sein – am liebsten auf Firmenjubiläumsfeiern bei Häppchen und Sekt.

Im Moment funktioniert es nur durch das Engagement und irgendein schlecht begründbares Pflichtbewusstsein bei Erziehern und Eltern. Mal sehen, wie lange. Danke Dresden!

(swg)