Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Stefan Aust: Der Baader-Meinhof-Komplex

18. November 2011

Geschafft: Einmal die Geschichte der RAF von den Anfängen bis zum Tod der Kerngruppe in Stammheim. Das ging leichter, als ich dachte! Für ein journalistisches Buch hat es mich ziemlich gefesselt. Das lag nicht zuletzt daran, dass Aust nicht einfach nur Daten und Ereignisse protokollarisch runtergerasselt hat. In mehreren Zeitschleifen werden vielmehr die Zusammenhänge aus einzelnen Perspektiven beleuchtet. Sehr schön nachfühlen lässt sich die Wut unten, über das höhnische Handeln einzelner, die oben an den Hebeln der Macht saßen. Dabei wird leicht klar, warum die RAF entstand.

Natürlich fehlen ein paar Schlenker in der Geschichte: Mit keinem Wort wird erwähnt, warum eigentlich Italien eine Fluchtstätte für einige RAF-Terroristen ist. Auch über die Internationalität der gesamten Bewegung – abgesehen von den Verbindungen in den Nahen Osten – werden nicht viele Worte fallen gelassen. Wahrscheinlich sprengt das auch einfach den Rahmen des Buches, dick genug ist es.

Es gibt einige Versionen des Buches, was einfach mit der Wende und den geöffneten Archiven zu tun hat. Ich habe die erweiterte Ausgabe von 1998 gelesen. Es gibt noch eine völlig überarbeitete Fassung von 2008, die im Zuge der Verfilmung erschien. Dort finden sich dann auch Bilder usw.

Der Baader-Meinhof-Komplex von Stefan Aust
Taschenbuch (erweitert und aktualisiert: 1997)
Goldmann Verlag, 1998

ISBN-13: 978-3-442-12953-9



Etwas Aktualität ist jetzt ja auch gegeben: In Sachen Terrorismus von links damals und rechts heute ist aber nur eins von der gleichen Qualität: das umfassende Versagen der sog. Ermittlungsbehörden. Das Herbeireden einer Braunen Armee Fraktion ist ziemlich dummdreiste Propaganda, um endlich die allumfassende Bürgerüberwachung zu kriegen.

(swg)

Bilderfluten

17. November 2011

Links am Donnerstag

Oh, irgendwie hab ich meine donnerstägliche Netz-Fundstücksammlung … äh … vergessen! Na dann mach ich ml den Versuch, die wieder zu beleben.
Bilderfluten
Foam zelebriert seinen zehnten Geburtstag mit der großen Frage: What’s Next? und sucht die Zukunft der Photographie zu ergründen.

Foam is celebrating its tenth anniversary this year. For this occasion, Foam has created ‘What’s Next?’, a project exploring the future of photography. Foam has posed the question of ‘what’s next?’ throughout this anniversary year to a variety of people in a variety of locations. What will the future of photography bring? For photographers? For photography institutions? For Foam? The Future of the Photography Museum exhibition marks the conclusion of this investigation and of Foam’s anniversary year.

Im dafür eingerichteten The Future of the Photography Museum gibt’s dazu von Erik Kessel eine beeindruckende Installation:

This installation by Erik Kessels is on show as part of an exhibition at Foam in Amsterdam that looks at the future of photography. It features print-outs of all the images uploaded to Flickr in a 24-hour period…
As you might imagine, this results in a lot of images, that fill the gallery space in an avalanche of photos. “We’re exposed to an overload of images nowadays,” says Kessels. “This glut is in large part the result of image-sharing sites like Flickr, networking sites like Facebook, and picture-based search engines. Their content mingles public and private, with the very personal being openly and un-selfconsciously displayed. By printing all the images uploaded in a 24-hour period, I visualise the feeling of drowning in representations of other peoples’ experiences.”

[Quelle]

[via]

Stinkefinger des Monats

15. November 2011

Den Stinkefinger des Monats möchte ich heute dem DGB entgegen halten für die Forderung, den Buß- und Bettag abzuschaffen. Mit dem erhöhten Arbeitnehmer-Anteil an der Pflegeversicherung sei der von den Sachsen zu teuer bezahlt. Um das zu untermauern haben die Herren des DGB ihr Milchmädchen befragt: Sie hat dann ausgerechnet, das ja jeder Arbeitnehmer diesen Feiertag mit im Schnitt 10,-€ pro Monat bezahlt. Oh (mit großen Augen)! mag man da sagen, das sind ja 120,-€ im Jahr!1!! Genau! Aber gemessen am Durchschnittseinkommen. Gipfel der Dreistigkeit ist, anzuführen, dass hier Sozialkosten rein auf Arbeitnehmer abgewälzt werden. Mag sein: Schauen wir uns mal an, wie der PV-Beitrag gerechnet wird. Schnell wird deutlich, dass der zusätzliche Feiertag eher den niedrigeren Löhnen zugute kommt. Das kann man als Gewerkschaft natürlich so nicht lassen.

Mag sein, dass der Tag im Durchschnitt(!) zu teuer bezahlt ist, aber statt dort eine Verbesserung anzustreben fordert eine Gewerkschaft lieber gleich die Abschaffung einer Vergünstigung, die Tatsächlich niedrigen Einkommen zu Gute kommt?! Na besten Dank, Herr Schlimbach!
(swg)

Wunder geschehen…

10. November 2011

Na sowas! Da ereilt mich der Anruf: Mein Rahmen sei fertig. Jetzt auch in der richtigen Farbe. Ich zögere nicht lang und fahr noch am selben Abend hin. Wirklich, die Farbe stimmt!
Habichtrahmen endlich in der richtigen Farbe
Naja gut, die haben nicht alles vorher wieder runter gestrahlt. Das wird ein Spaß, beim Lager einziehen…

(swg)

Zähne

6. November 2011

Wir haben jetzt doch mal einen Blick auf Staudis lautstarke Bearbeitung des Häuschens geworfen – und sind überrascht:

Der hat tatsächlich einen komplett neuen Seiteneingang da reingenagt! In einen Zentimeter dickes Holz!
(Maria, swg)

Sonntag…

6. November 2011

Sonntag 6. November 2011 15:01 swg (sinngemäß):

Liebes QSC, bitte ändert meine Bankverbindung von $RÄUBER auf $WEGELAGERER.
Danke+Gruß swg

Sonntag 6. November 2011 15:57 Kundenbetreuung (sinngemäß):

Erledigt. Hoffen geholfen zu haben.
Gruß Kundenbetreuung

Bin tief beeindruckt und auch etwas irritiert/betroffen, ob der Arbeitszeiten des Supports.
(swg)

Fitness

5. November 2011

Nach der endgültigen Trennung unserer Mäuse müssen wir etwas Käfigausstattung besorgen. Ein zweites Laufrad brauchts auf jeden Fall, besonders, wenn man Ottos Gewicht bedenkt (125g).

Das neue Laufrad ist erstmal über die Oberfräse gezogen worden:

Mit der Schwalbenschwanz-Nut und dem passenden Gegenstück

kann es leicht ausgewechselt werden. Schnell noch die Führung im Stall festgeschraubt.

Otto inspiziert schonmal das neue Möbel.

Nach ein paar Hoppelschritten hat er aber schon genug. Staudi ist auch noch skeptisch,

der nagt lieber irgendwo hinten im Stall lautstark am Häuschen
(swg, Maria)

Schatten

3. November 2011

Große Dinge werfen ihre Schatten voraus.

Im Lauf des Tages wird das alte Treppenhaus des Mierdel-Baus weichen. (swg)

Schwimmen

1. November 2011

Beim Schwimmen gewesen, gerade ist wieder ein Kinderkurs zuende. Ein Knopp zum anderen: “Tschüss Walter!”. Meine Fresse, so heißen alte Männer in der Gartensparte meiner Oma…
(swg)

Wand

1. November 2011

Es scheint nicht so, als ob sich unsere Mäuse je wieder vertragen werden. Während unser dicker Otto auf einer Seite des Trenngitters hockt, entspannt mit halb geschlossenen Augen, dreht Alex auf der anderen Seite fast durch. Wie ein Berserker rammt er seine Nase in die Gittermaschen und beist in den Draht. Wir haben Angst, dass er sich am Metallgitter seine Zähne ruiniert. Also bekommen die Mäuse jetzt eine Trennwand.

Gestern Abend wurde das Ding zusammengezimmert.

Einfach gibt’s hier ja nicht: Wir müssen vermeiden, dass bei geöffnetem Gitter die Mäuse außen um die Trennwand rumlaufen. Eine kleine Klappe in der doppelwandigen Konstruktion soll das verhindern.

Heute Morgen haben wird die Wand dann reingebaut: klemmt direkt und nicht zu fest – fein gemessen :)

Mit der Holzwand wird Alex sicher ruhiger werden. Die Klappe funktioniert schon mal.

(Maria, swg)

Waldgeburtstag

31. October 2011

Mein Bruder ist stadtflüchtig an seinem Geburtstag, die Party steigt im Forsthaus in der Heide. Egal von welcher Seite, man läuft ein kleines Stück, in einer Hand den Beutel mit den Aktiv-Boxen in der anderen den Kartoffelsalat balancierend.

Ein bisschen kommt man sich wie ein Alien vor: Massenweise kleine Kinder werden hier angeschleppt. Sieht aus, wie’n Kindergartenausflug. Am Lagerfeuer vorm Haus gibt’s Knüppelkuchen

und als es ganz dunkel ist, werden die Lampions rausgeholt:

Ich geh’ mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne,
hier unten leuchten wir.

Mein Licht ist schön
könnt ihr es sehn?
Rabimmel, rabammel, rabumm.

Ich geh’ mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne,
hier unten leuchten wir.

Wie schön das klingt,
wenn jeder singt.
Rabimmel, rabammel, rabumm.

Ich geh’ mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne,
und unten, da leuchten wir.

Mein Licht ist aus,
ich geh’ nach Haus,
rabimmel, rabammel, rabum.

(swg, Maria)

Prager Nacht

30. October 2011


Es ist etwas eng in der Vinothek des Westin Bellevue, wo wir unsere literarische Reise beginnen. Nach einem Witz über den Papst lernen wir bei Jaromir Konecny etwas über Tantrasex und Brokkoliblähungen. Vielleicht etwas mehr, als ich in meinem Alter schon wissen wollte. Aber mit 56 sieht das eventuell anders aus… wenigstens legen das die glucksenden Lacher der “Damen älteren Semesters” nahe.

Der ganze Pulk stürmt nun hinaus, um in der Kälte dieser letzten Oktobernacht den Bus zu erwarten. Die Eile war umsonst. Wir grübeln, ob es sich lohnt, zu einer anderen Station zu laufen – lang genug, dass der Bus wohl eh gleich anrollt. Wahrscheinlich sind dort eh genau so viele Leute. Der Bus rollt heran.

Mit etwas Verspätung erreichen wir die Treberhilfe. Leider haben wir Pech und die Lesung hat schon begonnen. Glücklicherweise ist der Text nicht soo lang und Regina Felber liest gleich noch einmal “Unter den Obdachlosen von Whitechapel” von Egon Erwin Kisch. Guter Text, leider holpert sie etwas durch. Eigentlich kann sie super lesen, hat sie früher schon unter Beweis gestellt.

Die nächste Station ist nur ein paar Meter weg am Albertplatz: in der Villa Augustin, dem Erich Kästner Museum. Matthias Klösel liest ganz großartig Hermann Hesses “Die Autorenlesung”. Ohgottohgott ;) Endlich, der erste dieses Abends, der sich voll in seinen Text legt. Die Figuren enstehen tatsächlich vorm inneren Auge. Soetwas zu können finde ich ja eine bemerkenswerte Fähigkeit.

Ihn würde ich gerne mal in einem Hörbuch hören – vielleicht hat er ja schon? Keine Zeit nachzugucken, die Hatz geht weiter.

Auch zum Neustädter Bahnhof sind es wieder nur ein paar Schritte. Wir warten nicht erst auf den Bus, der prompt an uns vobei fährt. Trotzdem kriegen wir noch Sitzplätze. Roland Florstedt liest uns “Prager Fracht”. Mathias Kopetzki hat eine erste Reise nach Prag aufgeschrieben, die unfreiwillig in einem Sarg stattfindet… Ganz nett und lustig. Passt auch zu Bahn, so komfortmäßig… Nee, bin ich garstig!

Da wir bis zum Bus noch etwas Zeit haben, suchen wir im Bahnhof nach etwas Essbarem. Es hat aber nur Burger King auf. Dann muss Schokolade reichen. Der Bus kommt.

Weit draußen auf der Großenheiner Straße liegt das Tanzwerk. Hier müssen wir am Eingang die Latschen ausziehen und dürfen dann auf Gymnastikmatten platzen. Schulturnhallenflair. So dreht sich dann auch Haseks Text um Schülerstreiche. Eigentlich hab ich immer Spaß an Haseks Texten gehabt. Aber Mit dem “Spiritistischen Nachmittag” werde ich einfach nicht warm. Soviel Mühe sich Frau Köhler auch gibt,

es dehnt sich auch der Text.

Auch im Sudhaus der Hausbrauerei Schwingenheuer wird es nicht besser. Die Stammtischgeschichtchen über “Leli” sind nix für mich. Dafür lass ich mir ein Rotes von Lenin (so der Spitzname des Brauereibesitzers) zapfen. Köstlich! Seine Biere kriegt man in einigen Dresdner Kneipen.


Jetzt kommt ein kleines Highlight: Das Militärhistorische Museum ist seit diesen Jahres neu eröffnet. Kein geringerer als Daniel Liebeskind hat hier Hand ans Gebäude gelegt. Aus der alten Fasade ragt jetzt ein gigantischer gläserner Keil. Getuschel hinter uns empört sich, ‘Wie man denn so eine tolle Fasade mit so einem hässlichen Glaskeil verunzieren könne…’. Dresden halt.

Ich find’s ganz nett und die Symbolik auch ok: 42° spitzer Winkel entsprechen der Anflugformation der Bomber auf Dresden.
Oben von der Plattform kann auf das Kriegsziel schauen.

Nix für Mutti: man kann durchs Gitter runter gucken.

Drinnen setzt der Keil sich fort, keine Wand ist gerade. Keine Senkrechte oder Waagerechte, die Orientierung bietet, ein leichtes Gefühl von Schwindel bzw. Seekrankheit stellt sich ein.

Auch der Text ist etwas besonderes: Geschrieben von Bernd Hohlen, dem Veranstalter der Shuttlelesungen, geht es um die Kriegsväter, ihre Heimkehr und dem vor den anderen verborgenen Grauen, dass sie erlebt haben. Phillipp Lux liest, fesselnd.

Bis Anfang 2012 ist der Eintritt im Militärhistorischen Museum Dresden übrigens frei.

Wir zwangsgammeln noch ein wenig im Foyer herum, der Bus ist gerade weg. Damit wär uns der Zahn gezogen, dass wir die Runde heute ganz schaffen.

Passend geht es weiter mit einer Backenzahnbehandlung in der Marcolini-Klinik

Karel Čapek hat “Zahnschmerzen” geschrieben, gelesen hat es Hanns-Jürgen Weber – Eine falsche Entschuldigung mehr, nicht zum Zahnartzt zu gehen ;)

Im Saitenwechsel (Gitarren und Geigenbau au der Prießnitzstraße) treffen wir auf jemanden Besonderes: Steven Merting. Die meisten müssten ihn aus Wolffs Revier kennen.

Er liest von Jaroslav Zak “Töne strömen durch die Welt” (aus Der verkohlte Pythagoras).

Zum Schluss statten wir dem Dresdner Sezession 89 e.V. / Galerie 3
einen Besuch ab. Von Max Brod hören wir “Frühling in Prag” (aus Wege des Kubismus).

Na sowas, Helga Werner liest. Mit ihr hatte ich schon 2006 die Prager Nacht beschlossen.

Schön war’s. Endlich einmal wieder. Ich kann es immer wieder nur empfehlen.

(Maria, swg)

Im Saitenwechsel (Gitarren und Geigenbau au der Prießnitzstraße) treffen wir auf jemanden Besonderes: Steven Merting. Die meisten müssten ihn aus

Goo in Google

26. October 2011

Ich mag den Kalender und die individuelle Startseite von Google. So viele praktische Widgets, bis hin zum Fahrplan “meiner” DVB-Haltestellen. Früh ein Blick auf den Servermonitor im Flur: alle Infos kurz im Überblick. Selbst ob ich heute ‘ne Regenjacke brauche: Google sagt’s mir.

Von Arbeit aus kurz in den Kalender gucken? kein Problem. Ich mag Google auch als Suchmaschine. Funktioniert einfach, ich kann alle Schnörkel abschalten und ich werd fündig.

Google geht mir auf den Sack: Die versuchen jede meiner Suchen mit meinem Profil zu verknüpfen. Wollen wissen, wohin ich surfe. So richtig zum Kotzen ist es nun mit Google plus geworden: Auf jeder verdammten Seite ein Google plus Button. Hab ich mich nicht ausgeloggt, weiß die Suchmaschine nicht nur, wohin ich ging, sondern jetzt auch, was ich mir dort noch alles angeguckt habe. Das geht die nix an! Das darf denen egal sein.

Eine noch größere Seuche sind die Android unSmart Phones: jede Nase hat jetzt mit ‘ner Flatrate ‘nen dauereingeloggten Google-Account und schreibt per Google-Mail/-Talk. Super!! Immer verheddert Euch im Netz, sagt Ihnen alles! Wo ihr genau seid! Was ihr gerade macht! Mit wem ihr alles Kontakt habt! Zieht mich mit rein… -.-

Genau dieses Stalking durch Google ist der Grund, dass ich mir trotz aller anderen Verlockungen kein Android kauf. Bleibt mir von der Wäsche!

Klar: ausloggen. Ist doch ganz einfach! Aber nervig und wer denkt schon immer dran? Immerhin hat mein Browser ein einsehen: Im Opera darf ich ein “Private Tab” aufmachen, dass mit all seinen kleinen Informationskackhäufchen strickt vom Rest der anderen offenen Webseiten getrennt bleibt. Googles klebrige Finger bleiben in deren Taschen. Und ich werde nur soweit behelligt, wie ich es Google erlaube. Hoffe ich jedenfalls.

(swg)