Montag geht es endich los, der Aufzug wird angebaut. Die Vordertür hat man schon Freitag mit der Baustellentür teilblockiert.Wissen wir schon mal, was uns die nächsten sechs Wochen blüht: Durchs Nachbarhaus in den Hof und durch unsere Hintertür ins Haus.

Was jedenfalls ab Montag nicht mehr blüht, wäre die Rabatte. Wenn der Bagger anrückt, sind den Bauarbeitern die Blümchen sicher sehr egal. Also werden wir sie retten und in den Innenhof umsiedeln.Enthusiastisch fangen wir an. Hier steht mehr rum, als man denkt.

Hinten im Hof steche ich den Rasen neben der Treppe ab und wühle das Erdreich etwas um. Jede Menge Regenwürmer und auch anderes Getier flüchtet. Die Beeteinfassung von vorm Haus verwenden wir gleich wieder. Der Haufen Pflanzen, die umgesiedelt werden, ist dann doch beachtlich.Jannika hilft sehr fleißig den Helm trägt sie, weil sie auch mit ihrem Puky rumgurktund Alina natürlich auch: mit dem Pflanzholz piekt sie die Löcher für die Osterglocken.Bis dann endlich alle Pflanzen wieder einen Platz haben, sind deutlich mehr als zwei Stunden vergangen. Nebenbei stellen wir fest, dass Gartenarbeit anstrengender ist, als angenommen. Und die Pflege der Grünflächen vorm Haus haben wir jetzt auch geerbt. Zu Dr. Thomas konnten wir wieder nicht ’nein‘ sagen, als er uns das antrug… Achnaja.

Jannikas Wortschatz
hassehuch – Taschentuch
meddalin – Schmetterling

(swg)

Was Alina bis heute nicht gern macht – Wege laufen – ist für Jannika keine Hürde: Wie ein Duracell-Häschen wackelt sie los. Von der Kita zur Bushaltestelle, und da der Bus auf sich warten lässt, auch noch eine Haltestelle weiter. Dort muss ich sie zurück rufen, denn sie läuft weiter.Wahrscheinlich würde sie die fast 2 Kilometer nach Hause wirklich durchhalten. Alina wollte schon längst lieber auf den Fahrradsattel gesetzte und geschoben werden.

Jannika geht heute zwar nach dem Sandmann an der Hand mit ins Zimmer, will sich aber diesmal nicht hinlegen. Sie krabbelt aufs untere Doppelstockbett und will „Buch!“. „Gut, kannst Du machen. Ich geh jetzt aber raus.“ ‚Liest‘ sie halt noch ein bisschen. Es bleibt still im Zimmer. Nach einer halbe Stunde stellen wir fest: Jannika hat ihr Buch ins Regal gestopft und ist dann in ihr Bettchen gekrabbelt.

Alina – Alina (ja, kann sie jetzt richtig sagen) Wobei wir denken, dass sie bis vor kurzem nicht zwischen sich und Alina unterscheiden konnte.
heiluffalong – Heißluftbalon
Sassa ham! – Wasser haben!
ubahn – S-Bahn
Samsah – Sandmann
menno! -> sagt sie immer, wenn etwas nicht nach ihrem Willen geht. Manchmal stampft sie dazu auch mit ihrem kleinen Füßchen auf. In der Kindergarten-Gardarobe hat das schon für sehr viel Belustigung gesorgt.
und ihr Entusiasmus, alles direkt lautmalerisch nachzuplappern, ist ungebrochen – unser kleiner Papagai.

(swg)

Sonntag ist’s bedeckt. Selten, dass der Wetterbericht so gut trifft – obwohl, gestern Nachmittag hätten auch schon Schauer kommen sollen… Jedenfalls ist der Balkon dran und Maria stürzt sich in anderes Chaos in der Wohnung.

Bevor ich hier putze, mache ich erst nochmal richtig Dreck: Blumen ein- und umtopfen. Alina wühlt begeistert mit in der Blumenerde, stopft und drückt sie rings um die gestern Erdbeeren. Ihr wird aber schnell langweilig – so spannend ist das ja wirklich nicht. Am fiesesten wird es dann bei den Kakteen. Einige brauchten eigentlich schon letztes Jahr einen neuen Topf. *seufz* Ein Balance-Akt sondergleichen beginnt. Die hohen lege ich lieber gleich hin und ziehe Ihnen die Schuhe Töpfe aus. Mit Pappe umwickelt kann ich sie dann samt neuem Topf hinstellen. Durch Doppelt Wellpappe werde ich trotzdem gestochen.

Um einen Kasten brauch ich mich gar nicht weiter kümmern: Irgendwann letztes Jahr hat Alina Blumen gepflückt und dabei auch einige entwurzelt „Toll“ haben wir gesagt, „kann man ja einpflanzen, dann halten die länger“. Gelandet sind die Blümchen in einem leeren Blumenkasten. Über den Winter haben wir den Kasten dann mehr oder weniger vergessen. Die Frühlings-Sonnenstrahlen haben uns dann die ersten Blumen beschert:Tausendgüldenkraut, denke ich jedenfalls – man darf mich gerne korrigieren. Wiesenschaumkraut is’es.Im Hof regt sich was. Um vier ist es inzwischen – Zeit, was anderes zu tun. Ein Fruchtzwergeeis gibt’s auf dem Weg in den Hof. Die Sonne kommt sogar nochmal raus.

Abendbrot ist heute direkt mal auf dem Balkon drin. Platz ist und warm ist es jetzt auch.Alina braucht trotzdem einen Ausgleich, sie fühlt sich sonst heute vernachlässigt. Ein paar Runden Brettspiele nach dem Abendbrot und sie geht knülle aber zufrieden ins Bett.

Jannika ist schon eher schlafen gegangen. Wie immer hat die rechtzeitige Frage „Bist Du müde?“ zu einem zuverlässig gepiepsten „Ja.“ geführt. „Sollen wir ins Bettchen gehen?“ „Ja!“. Und so nimmt man Jannikind an der Hand und tapst mit ihr zum Gitterbettchen. Dort krabbelt sie durch die Lücke zwischen den Stäben, setzt sich hin und will noch „Sassa hamn!“. Nach dem Becher Wasser stopft sie ihren Schnuller in den Mund und legt sich hin. Zudecken, „Gute Nacht“ sagen und raus gehen. (Das funktioniert bei Jannika so wirklich jeden Tag)

(swg)

Es wird wärmer und wieder Zeit, all den Krempel auf den Balkon zu schaffen, der in der Wohnung überwintert hat. Vornehmlich sind das die Pflanzen; ein paar neue sollen außerdem dazu kommen. Dem entgegen steht der im Winter auf dem Balkon abgelegte Kram. Und der Teil der Pflanzen, der an H2O-Mangel verstorben ist.

Der Samstag – wenigstens der Vormittag – ist viel zu schön angekündigt, als das man sich ihn mit Putzen versauen sollte. Auf mich warten sowieso Fahrradbasteleien: Marias altes Fahrrad soll per Kleinanzeige verscherbelt werden. Ein Bremshebel muss dafür neu, der ist Opfer der Schwerkraft geworden. Und im Hof sind die Kinder garantiert beschäftigt: auf in den Hof zum Sandkasten.

Geputzt haben wir dann doch noch ein wenig: den Sandkasten; und der Müll musste auch eingesammelt werden. Der Mittag rettet uns vor weiteren spleenigen Ideen. Eine Portion Nudeln später brechen wir zum Baumarkt auf: Erde, Blumen, Kleinkram;ach und Holz! Im Hof ist die Sandspielzeugkiste offenbar rabiat „geöffnet“ worden. Das Schloss hat wohl jemanden gestört… Von einer 30 €-Plastekiste kann man nicht viel Gegenwehr erwarten. Ein paar Schäden durch Draufsetzen und ähnlich Mätzchen hatte sie eh schon. Gut, sei es wie es sei: Ich baue eine Sandspielzeug-Kiste. Bauholz à la Kreuzrahmen 6² und Rauspund Fichte sollen genügen. Wetterfest machen wir das mit einer Lasur. Alles in allem sind das 30&nbsp€ – Deckel und Bänder fehlen hier aber noch. Erstmal einen Anfang machen. Der Mann an der Säge schreibt sehr konzentriert alle Maße auf. Nachgemessen hab ich nicht, was wohl mein erster Fehler sein wird.

Blümchen haben wir gekriegt: Astern, eine Stockrose, eine Pelargonie, Blaukissen – hauptsächlich was Alina gefallen hat. Und Erdbeeren. Vielleicht gießen wir sie dieses Jahr genug. Reichlich zwei Stunden und ein Kofferraum-Tetris später sind wir raus aus dem Baumarkt, es geht ein Eis essen.

Alina geht das mit dem Eis zu schnell und außerdem – iiihh! – Softeis. Banane-Schoko in der Waffel, mit bunten Streuseln. Doch nicht. Auch kein gefrostetes, schon gar nicht im Becher! Sie ist am Boden zerstört und will erstmal gar nix, außer in Ruhe gelassen werden. Am Ende kann Alina sich aber doch zu einem Eis durchringen. Banane-Schoko in der Waffel, mit bunten Streuseln.

Der Tag war anstrengender als gedacht. Halb neun sind die Kinder im Bett. Wir kaum später… Vorher musste aber noch der ganze Kram aus dem Auto in Wohnung und Garage verteilt werden -.-

Oh einen Trick haben wir noch auf Lager: Janni wollte sich in letzter Zeit ihre Zähne von uns nicht mehr putzen lassen. Das wäre sehr fatal, und sie dann immer unter Geheule dazu zwingen, wollten wir auch nicht – kann man ihr ja auch ziemlich weh tun dabei. Jedenfalls haben wir festgestellt, das für Jannika die Welt – und das Zähneputzen – total in Ordnung ist, wenn sie dabei nur irgend etwas in der Hand halten darf.

(swg)